Auszug zum Studium

Abschied von der Heimat

published: 06.10.2015

Kisten packen, Erinnerungen verstauen: Für tausende Erstsemester beginnt in diesen Wochen der Start in ein neues, unbekanntes Leben (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com) Kisten packen, Erinnerungen verstauen: Für tausende Erstsemester beginnt in diesen Wochen der Start in ein neues, unbekanntes Leben (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com)

Anfang Oktober ist eine ganz besondere Jahreszeit: die Zeit des Abschiednehmens. Tausende junge Leute beginnen ihr Studium in einer neuen Stadt und damit ein neues Leben. Das bedeutet neben Kistenpacken und -Schleppen vor allem eins: Tschüss sagen. Bye bye Kinderzimmer, bye bye Jugend. Doch wie macht man das am besten? Wir haben eine kleine Liste mit Dingen zusammengestellt, die du vor dem Auszug noch erledigen solltest.

1. Natur genießen

Du bist auf dem Dorf groß geworden, der Wald nebenan war dein Spielplatz und Bauernhöfe kennst du nicht nur von Playmobil? Dann nimm dir vor deinem Auszug noch etwas Zeit und koste die Idylle aus. Genieß die Stille und die Möglichkeit, zum Spazierengehen nicht erst 20 Minuten mit der Bahn aus der Stadt rausfahren zu müssen. Denn wer zum Studieren in eine Großstadt zieht, den wird das eventuell erwarten. Schau dir daheim die Sterne an – in der Stadt ist der Himmel meist zu hell, um den Großen Wagen zu finden. Vielleicht hast du dein Dorf bisher immer genervt als Kaff ohne Club und H&M gesehen – bald wirst du genau das schätzen, wenn du zum Heimaturlaub zurückkehrst.


2. Wäsche waschen (lernen)

Na klar, mit zwei randvollen IKEA-Tüten zum Waschsalon laufen ersetzt vielleicht das wöchentliche McFit-Training. Trotzdem: Gönn' dir daheim noch einmal den Luxus einer eigenen Waschmaschine. Gleiches gilt übrigens für den Geschirrspüler, ist ja klar. Du bist bisher noch nicht mit Weichspüler und Waschprogrammen in Berührung gekommen? Dann lass dir von Papa oder Mama vor dem Auszug erklären, wie du verhinderst, dass aus Pullovern Puppenkleidung wird und wieso man Taschentücher vor dem Waschen unbedingt entfernen sollte. Hier gibt's alle Tipps für Wasch-Anfänger im Überblick.


3. Mit der Gang rumhängen

Medizin in Köln, BWL in München, Jura in Hamburg – für das Studium verteilt sich deine Clique über ganz Deutschland? Das sich alle in Zukunft regelmäßig sehen, wird da schwer. Bevor ihr also aufbrecht, ist es Zeit für ein großes Zusammenkommen, wo ihr gemeinsam über alte Zeiten und neue Herausforderungen redet. Genießt das Hier und Jetzt – vielleicht setzt ihr euch Ziele. Eine Reunion im großen Kreis alle drei Monate? Zum Schützenfest kommen alle wieder in die Heimat? Ihr habt gemeinsam viel Prägendes erlebt – und jetzt meistert ihr zusammen die Zukunft. Auch, wenn ihr geografisch getrennt seid.


4. Bekochen lassen

Auch wenn dein Lieblingsessen unkomplizierter ist als Jacobsmuscheln an Avocadosalat mit Weißweinsenf-Soße und Herzoginnenkartoffeln – lass dich von deinen Eltern noch einmal richtig bekochen, bevor du in ein Leben voller Mensa-Nudeln und Toastbrot verschwindest. Vielleicht mit deinem Lieblingsessen oder einem speziellen Familien-Gericht? So bekommst du nicht nur Kraft für den Start ins Semester – nein, deine Familie und du können noch einen richtig tollen Abend zusammen verbringen. Am besten guckst du dir bei der Zubereitung ein paar Tipps ab und nimmst dir etwas vom Essen zum Einfrieren mit. Man weiß schließlich nie, was auf dem Mensa-Plan steht.


P.S.: Zur Not gibt's auch immer noch unseren Rezepte-Finder.

5. Durchatmen

Ein eigenes Leben anzufangen ist schön. Und ganz schön krass. Auf eigenen Beinen stehen ist trotz fancy Sneaker nicht leicht. Ganz normal, dass du Angst und Bedenken hast. Neue Stadt, neue Wohnung, neue Freunde. Und was ist, wenn man keine neuen Freunde findet? Jeder macht sich Gedanken und fürchtet zu scheitern. Bevor du mit deinen letzten Kisten in dein eigenes Lebens startest, nimm dir noch etwas Zeit für dich und denk darüber nach, was auf dich zukommt. Was du willst und was dir Angst macht. Sprich mit deinen Eltern oder Freunden darüber, manchmal bewirkt das wahre Wunder.


6. Danke sagen

Und dann ist er auf einmal da, der Tag, an dem du ausziehst. Schweren Herzens sagt man Tschüss – auch wenn es nur ein Abschied auf Zeit ist. Schließlich kommt man bald zu Besuch zurück. Aber dann ist es, was es ist: eben (nur) ein Besuch. Das ist nicht nur für dich schwer, sondern auch für deine Eltern. Jetzt ist also der perfekte Moment, zwischen all dem Chaos Danke zu sagen. Danke für die Zeit und Nerven, die Geduld und Gute-Nacht-Geschichten. Danke für Hausarrest und Süßigkeitentüten. Du weißt am besten, was du an deinen Eltern schätzt. Also raus damit, bevor die Zugtür schließt und es in Richtung neuer Heimat geht.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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