Ursula von der Leyens Doktorarbeit wird von der Medizinische Hochschule Hannover auf Unregelmäßigkeiten geprüft (Foto: Public Address)Bevor man den Kopf in die Bücher stecken kann, braucht man eine Wohnung - möglichst bezahlbar. Gar nicht so einfach zu finden! (Foto: Shutterstock.com/Firma-V)Hier wird dringend Hilfe gebraucht: Die Kleiderkammer in den Messhallen ist jeden Tag erneut auf Spenden und die Unterstützung durch freiwillige Helfer angewiesen (Foto: Public Address)Was waren die witzigsten Vorlesungspannen? Pointer-Reporterin Lina hat sich auf dem Campus der Uni Hamburg umgehört (Foto: Public Address)Ein neues Konzept zur Integration von Flüchtlingen an Unis oder eine Idee, Bildung allen Schichten zugänglich zu machen - jetzt sind die Studierenden gefragt (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com)Die Jury-Mitglieder des "Act Now Jugendaward 2015" (v.l.): Dr. Berndt Schmidt, Henriette Schwabe , Dr. Auma Obama, Tafara Plauschinat, Sibylle Bassler und Janina Otto (Foto: Eventpress Sascha Radke)XXX (Foto: baranq/Shutterstock.com)

"Frontal 21"-Recherche

Mehr als 21.000 Studienplätze unbesetzt?

published: 30.09.2015

Laut dem TV-Magazin "Frontal 21" konnten im letzten Wintersemester 21.036 Bachelor- und Masterstudienplätze nicht besetzt werden (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com) Laut dem TV-Magazin "Frontal 21" konnten im letzten Wintersemester 21.036 Bachelor- und Masterstudienplätze nicht besetzt werden (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com)

Die zentrale Datenbank zur Vergabe von Studienplätzen erfüllt offenbar auch fünf Jahre nach ihrer Einführung noch immer nicht ihren Zweck. Nach einem Bericht von "Frontal 21" vom 29. September konnten im vergangenen Wintersemester 21.036 Bachelor- und Masterstudienplätze nicht vergeben worden. Das ZDF-Magazin hatte die Kultusministerien aller Bundesländer befragt. Der Anteil unbesetzter Studienplätze stieg danach von 4,8 auf 6,3 Prozent. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert, dass das Vergabesystem nicht funktioniere, weil zu wenige Hochschulen teilnähmen. Außerdem sei die Finanzierung bis heute nicht abschließend geklärt.

Das so genannte Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung hatte 2008 die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) abgelöst. Über die Internetplattform "hochschulstart.de" sollten begehrte Studienplätze besser auf die Studieninteressierten verteilt werden. Tatsächlich bieten nach Recherchen von "Frontal 21" zu Beginn des neuen Wintersemesters gerade 89 von 180 der in Frage kommenden Hochschulen Studienplätze über die computergestützte Datenbank an. Zudem sind nur elf Prozent aller zulassungsbeschränkten Studiengänge, also Studiengänge mit einem Numerus Clausus, in der Datenbank gelistet.


"Wenn nur die Hälfte der Hochschulen teilnehmen, dann fehlen den Studienplatzbewerbern die Hälfte der notwendigen Daten. Wie soll da irgendwas zentral koordiniert werden?", kritisiert der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Keller in "Frontal 21". Es sei paradox, dass trotz Studienplatzmangels immer mehr Studienplätze unbesetzt blieben. Keller fordert, der Gesetzgeber müsse Hochschulen verpflichten, am neuen Vergabeverfahren teilzunehmen.

Für den Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Holger Burckhart, ist die ungeklärte Finanzierung eine Ursache des Problems. So sei den Hochschulen immer versprochen worden, dass die Länder die Kosten vollständig übernähmen. Von diesem Jahr an müssten die Hochschulen aber zahlen. Vor allem kleinere Hochschulen seien laut Burckhardt überfordert: "Wir sind hier strittig mit der Stiftung für Hochschulzulassung, mit dem Bund und den Ländern."

Die Stiftung für Hochschulzulassung weist dagegen jede Kritik zurück. Der Vorsitzende der Stiftung, Thomas Grünewald (SPD), zugleich Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium, sagt im "Frontal 21"-Interview: "Wir reden von einer Erfolgsgeschichte." Grünewald verteidigt das "Dialogorientierte Serviceverfahren" auch im Auftrag der Kultusministerkonferenz der Länder: "Große komplexe Lösungen brauchen ihre Zeit." Dass die Datenbank zur Studienplatzvergabe zu kompliziert sei, weist er ebenso zurück wie technische Probleme. Auch dass die Hochschulen bei der Finanzierung im Stich gelassen würden, lässt Grünewald nicht gelten: "Die Hochschulen sind nach dem Staatsvertrag beitragspflichtig."

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung