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DEGAM-Kongressbericht

"Eine spannende Erfahrung"

published: 05.11.2015

Der Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin fand vom  17. bis zum 19. September 2015 in Bozen statt (Foto: DEGAM) Der Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin fand vom 17. bis zum 19. September 2015 in Bozen statt (Foto: DEGAM)

Im Rahmen einer Allgemeinmedizin-Vorlesung an der Universität Heidelberg erwähnte Frau Dr. Magez vom Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, dass sich Studenten für ein Reisestipendium der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) bewerben könnten, um vom 17. bis zum 19. September 2015 zum Kongress nach Bozen zu fahren. Da mich sowohl die Allgemeinmedizin als auch die Teilnahme an einem so großen Kongress sehr interessierten, bewarb ich mich per E-Mail und erhielt kurze Zeit später die Zusage über ein Reisestipendium in Höhe von 200 Euro.

Bozen, der Veranstaltungsort des Kongresses, ist die größte Stadt Südtirols und ein Beispiel für die gelungene Koexistenz verschiedener Sprachen und kultureller Hintergründe. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Mehrheit der Bewohner Italienisch als Muttersprache, aber die Einflüsse der deutsch-alpenländischen Kultur sind nicht zu übersehen. Sowohl Bozen selbst als auch das direkte Umland sind sehr reizvoll. So kann man sich zum Beispiel im Ötzi-Museum über diesen ältesten bekannten Alpenbewohner informieren oder mit der Rittner-Horn-Bahn von Bozen direkt in die Berglandschaft der Dolomiten eintauchen.

Die Freie Universität Bozen war von den Räumlichkeiten her ideal für die Erfordernisse eines solchen Kongresses geeignet. Orientierungssuchenden Kongressteilnehmern wurde immer sehr freundlich erklärt, wo sich die gesuchten Räumlichkeiten befanden.

Veronica Thaler berichtet über den Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin in Bozen (Foto: privat)Veronica Thaler berichtet über den Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin in Bozen (Foto: privat)

Das Programm des Kongresses war vielseitig. Die Lectures am Vormittag waren durchweg sehr interessant. Und bei den parallel verlaufenden Seminaren im Tagesverlauf war auch für alle Gebiete etwas dabei. Ich möchte vor allem auf den Vortrag "Family Doctors and Health Systems: Better Health, Better Value" eines US-amerikanischen Allgemeinmediziners eingehen, da mich dieser sehr beeindruckt hat. Bei Richard Roberts handelt es sich um einen sehr begabten Redner, der es schafft, sein Publikum zu fesseln und zu unterhalten. Doch nicht nur seine Vortragsweise, auch seine Thesen fand ich höchst spannend. Anhand mehrerer Studien und Beispiele aus seiner Erfahrung zeigte Roberts auf, welch entscheidenden Einfluss eine gute Primärversorgung auf die Gesundheit in einer bestimmten Gemeinschaft hat. Roberts betonte, wie sehr die Patienten davon profitieren, von einem Arzt behandelt zu werden, der nicht nur die zu therapierende Krankheit, sondern auch die Persönlichkeit und Lebensumstände des Patienten, seine Familie und die Gesellschaft, in der dieser lebt, kennt ("More important than knowing the disease is knowing the person with the disease"). Roberts hob weiter hervor, wie wenig die Studien, die in den Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen durchgeführt werden, oft mit der Realität in einer Allgemeinarztpraxis zu tun haben, da in Studien multimorbide Patienten ausgeschlossen werden, diese aber eine große Patientengruppe in der Primärversorgung darstellen.

Bei der Auswahl der von mir besuchten Seminare entschied ich mich oft für solche mit einem praktischen Bezug. Die Erfahrungen der niedergelassenen Ärzte im Umgang mit ihren Patienten interessieren mich sehr und ich bin der Meinung, dass ich im Austausch mit erfahrenen (zukünftigen) Kollegen vieles lernen kann, was zwar vielleicht nicht auf dem Lehrplan der Universitäten steht, aber trotzdem sehr wichtig ist. Hier habe ich die sehr angenehme Erfahrung gemacht, dass ich mich, obwohl ich noch studiere und über wenig praktische Erfahrung verfüge, durchaus als ein Gesprächspartner "auf Augenhöhe" fühlen durfte, weil in Seminaren oft gezielt nach meinem Blickwinkel auf bestimmte Problemfelder gefragt wurde.

Insgesamt war der Kongress in Bozen für mich eine sehr spannende Erfahrung. Ich möchte mich bei der DEGAM noch einmal ganz herzlich für die Möglichkeit der Teilnahme und für das Stipendium bedanken.

[Veronica Thaler]

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