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Ansage der Bildungsministerin

100 Millionen Euro für Flüchtlinge an Unis

published: 24.11.2015

Alles eine Frage des Geldes? Der Bund hat Maßnahmen verkündet, um Flüchtlinge an Unis künftig besser und schneller zu integrieren (Foto: pogonici/Shutterstock.com) Alles eine Frage des Geldes? Der Bund hat Maßnahmen verkündet, um Flüchtlinge an Unis künftig besser und schneller zu integrieren (Foto: pogonici/Shutterstock.com)

Lichtblick im tristen November: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat in Berlin verkündet, dass der Bund die nächsten Jahre insgesamt 100 Millionen Euro für die Integration von Flüchtlingen in deutsche Hochschulen investieren will. 2016 sollen die ersten 27 Millionen Euro zum Einsatz kommen. Doch wofür genau soll das Geld genutzt werden und woher kommt es eigentlich?


Die wichtigsten Maßnahmen des Bundes

1. Kostenübernahme des Sprachtests: Da ein Studium nur dann funktionieren kann, wenn man die entsprechende Unterrichtssprache beherrscht, müssen Flüchtlinge einen Deutsch- oder Englischkurs belegen. Die vorherige Einstufung über die Sprachtests "OnDaF" oder "OnSET" kostet aber Geld – diese Kosten (ca. 30 Euro) übernimmt künftig der Bund.

2. Kostenübernahme des "Test für Ausländische Studierende" (TestAS): Dieser standardisierte Studierfähigkeitstest hilft ausländischen Studierende einzuschätzen, wo sie im Vergleich zu anderen Berwerber stehen und ihre Chance auf einen Studienplatz zu erhöhen. Rund 80 Euro kostet die Prüfung – auch diesen Betrag sollen die Flüchtlinge fortan nicht mehr selbst zahlen müssen. Zudem setzt sich der Bund für flexiblere Prüfungszeiten, vor allem an zentralen Hochschulen, ein sowie die Übersetzung des Tests in weitere Sprachen wie z.B. Arabisch.

3. Prüfung internationaler Zeugnisse: Es gibt die Arbeits- und Servicestelle "uni-assist", deren Aufgabe es ist zu prüfen, ob Zeugnisse aus dem Ausland ausreichend sind bzw. dazu berechtigen, an einer deutschen Universität zu studieren. Der Bund will "uni-assist" stärker ausbauen, damit mehr Abschlüsse geprüft werden können. Unklar ist jedoch noch, in welchen Fällen die anfallenden Kosten für die Flüchtlinge übernommen werden.

4. Ausbau der Studienkollegs: Ausländische Studierende, die keine mit dem Abitur vergleichbare Hochschulzugangsvoraussetzung haben, werden an den sogenannten Studienkollegs auf die Universität und ein wissenschaftliches Studium vorbereitet. Der Bund will zehntausend zusätzliche Studienkolleg-Plätze für Flüchtlinge schaffen, um ihnen den Übergang an die Uni zu erleichtern.

5. Schnellere BaföG-Förderung: Zwar keine brandneue Meldung aber trotzdem nochmal erwähnenswert – ab Januar können geduldete Flüchtlinge und Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis bereits nach 15 Monaten BAföG beantragen. Bisher mussten sie ganze vier Jahre warten. Aber: Für Asylbewerber ändert sich leider nichts, sie bekommen weiterhin keine staatliche Unterstützung.


Woher soviel Geld?

Die Frage ist natürlich: Woher kommen die 100 Millionen Euro? Ein Teil des Geldes stammt aus einem nicht realisierten Forschungsprojekt, der Rest aus dem Hochschulpaket. Es wird also keine laufende Förderung von Studienplätzen eingestellt oder beschränkt. Doch der Plan des Bundes geht noch weiter: So will er Flüchtlinge zukünftig nicht nur besser in das Hochschulsystem integrieren, sondern weitere 100 Millionen Euro in die Ausbildung sowie berufliche Qualifizerung von Flüchtlingen investieren.

Bisher ist nicht klar abzusehen, wie effektiv die Maßnahmen ab 2016 tatsächlich wirken und ob die deutschen Unis den neuen Herausforerungen gewachsen sind. Doch die Pläne des Bundes sind ein tolles Zeichen für Integration und Zusammenhalt - und davon brauchen wir noch viel mehr!

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Die Sprachtests "OnDaF" und "OnSET" im Web
Die Arbeits- und Servicestelle "uni-assist" im Web
Der "Test für Ausländische Studierende“ (TestAS) im Web

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