Neue App "SMILE"

Nie wieder langweilige Vorlesungen?

published: 29.11.2015

Albtraum aller Professoren: Studierende vor dem Smartphone. Eine neue App will Handys sinnvoll in der Vorlesung einsetzen (Foto: Syda Productions/Shutterstock.com) Albtraum aller Professoren: Studierende vor dem Smartphone. Eine neue App will Handys sinnvoll in der Vorlesung einsetzen (Foto: Syda Productions/Shutterstock.com)

Studierende, die auf Smartphones starren – so sieht's wohl in den meisten Vorlesungen aus. Logisch, dass Dozenten oft fordern, die Handys während des Unterrichtes im Fjällräven-Rucksack zu lassen. Doch Tada: Damit ist jetzt Schluss! Statt ärgster Feind ist das Smartphone nun der beste Freund des Dozenten - jedenfalls wenn es nach den Erfindern der App "SMILE“ (Smartphones in Lectures) geht. Sie soll die Vorlesung revolutionieren und Studierenden helfen, sich besser zu konzentrieren. Klingt nach digitaler Zauberei. Wir verraten, wie's funktioniert.


Die Idee der App

Schon im Wintersemester 2010/11 hatten Studierende der Uni Freiburg die Idee zu „SMILE“ und realisiereten sie – kurz darauf folgten Auszeichnungen und ein Awardgewinn. Eine richtige Erfolgsgeschichte. SMILE ist also keine App, hinter der ein riesiger Konzern steht, sondern eine innovative Idee von Studierenden für Studierende, um die Lehre zu verbessern. Sie ist kostenfrei und für alle internetfähigen Medien mit Webbrowser verwendbar. Doch nun mal Tacheles! Was kann die App eigentlich? Es gibt drei wesentliche Funktionen:

1. Question & Answer
Du verstehst etwas in der Vorlesung nicht und hast eine Frage? Dann musst du dich ab jetzt nicht mehr mit rotem Gesicht vor dem proppenvollen Hörsaal melden und den Professor unterbrechen. Per App kannst du in Echtzeit eine Frage stellen, die dem Professor übermittelt wird. Er kann dann zu einem passenden Zeitpunkt auf sie eingehen. Zudem gibt es eine Art Like-Button, mit dem Kommilitonen eine Frage bewerten können. Hat eine Frage viele Likes und damit hohe Relevanz, sieht der Professor das.


2. Feedback
Der Dozent will dir Rechnungswesen erklären, aber du verstehst nur Bahnhof? Per Live-Feedback kannst du ihm signalisieren, ob du den Stoff gerade kapierst. Dazu musst du nur deine entsprechende Stimmung in der App wählen, z.B. "Bin abgehängt“. Gibt die Mehrheit der Studierenden an, nicht folgen zu können, kann der Professor genauer auf den Stoff eingehen. So gibt’s kein nerviges Getuschel mehr im Hörsaal, um Verständigungsfragen zu klären. Die gesamte Aufzeichnung steht dem Dozenten nach der Vorlesung zur Auswertung zur Verfügung.


 
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3. Quiz
Wer rät nicht gerne bei "Wer wird Millionär“ mit? Sich selbst prüfen und Mitfiebern macht einfach riesengroßen Spaß! Das haben sich auch die SMILE-Erfinder gedacht und die Quiz-Funktion eingebaut: Der Dozent kann Fragen zum Stoff stellen, welche die Studierenden begleitend zur Vorlesung per Handy beantworten. So bleibt man konzentriert und hört ganz automatisch zu. Die Antworten werden dem Dozenten übermittelt, sodass dieser sehen kann, ob es Wissenslücken gibt. Auch Studierende dürfen sich Lernfragen ausdenken, die von Kommilitonen beantworten werden können.


Bye bye Steinzeit?

Ob SMILE nun tatsächlich die Vorlesung revolutioniert, wird sich zeigen. Doch es ist ein Anfang, um Unis aus der Overheadprojektor-Steinzeit zu holen und innovative Lernkonzepte zu entwickeln. Aber: Wir sind nicht nur Studierende, sondern auch Menschen mit begrenzter Aufnahmefähigkeit. Zu wenig Schlaf, zu wenig Club Mate. Das passiert. Gegen Ablenkungen kann man sich also nicht immer wehren. Okay, das weiß wohl auch der Professor...


Du findest SMILE super und willst die App an deiner Uni vorschlagen? Alle nötigen Infos und sogar Tutorial-Videos gibt’s auf der offiziellen Website. Viel Erfolg!

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zur offziellen Website der App "SMILE"
Tutorial-Videos zur App "SMILE" im Web
Alle Infos zur App "SMILE" im Web

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