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Geldprobleme

Erste Uni Europas geht an die Börse

published: 09.12.2015

Zu wenig Geld, zu viele Studierende: Die Freie Universität Brüssel hat aus finanziellen Gründen nun den Schritt an die Börse gewagt (Foto: solarseven/Shutterstock.com) Zu wenig Geld, zu viele Studierende: Die Freie Universität Brüssel hat aus finanziellen Gründen nun den Schritt an die Börse gewagt (Foto: solarseven/Shutterstock.com)

Das langersehnte Adele-Album, "Star Wars 7" – Premieren sorgen normalerweise für große Freude und Herzklopfen. Normalerweise. Denn es gibt auch welche, die mehr Wirbel und Kritik erzeugen. So ist das gerade in Brüssel der Fall. Dort ging im November die Freie Universität Brüssel (VUB) an die Börse – eine Premiere. Damit ist sie nun die erste börsennotierte Universität Europas. Doch nicht jeder ist von dieser Entwicklung so begeistert wie VUB-Rektor Paul De Knop.

Ein logischer Schritt

Ausstattung, Forschungsausbau, steigende Studierendenzahl – Geld wird an einer Hochschule überall gebraucht. Logisch. Dies ist auch De Knops Begründung dafür, dass die Freie Universität Brüssel an die Börse gegangen ist. Die Regierung biete einfach nicht die ausreichenden finanziellen Mittel zur Unterstützung. Seit sieben Jahren steige die Zahl der Studierenden sowie Wissenschaftler an der VUB nun bereits. "Eine Uni, die wachsen will, braucht externe Investoren. Darum ist unser Gang an die Börse ein logischer Schritt", so De Knops Schlussfolgerung.


Soweit, so gut. Doch wie viel Geld konnte die Uni denn nun bei ihrem Börsengang einnehmen? Stolze 61,5 Millionen Euro. Nicht schlecht. Na gut, bei Facebook waren es 2012 rund 16 Milliarden, doch das ist 'ne ganz andere Geschichte. Aber: Wer jetzt noch rasch überlegt, mit einzusteigen, den müssen wir leider enttäuschen. Lediglich institutionelle Träger dürfen eine Obligation zeichnen – die Mindestsumme liegt bei 250.000 Euro. Das Geld der Anleger soll nun u.a. in 650 neue Wohnheimplätze für Studierende, die Gründung neuer Studiengänge und ein neues Forschungsgebäude fließen.

Kritiker warnen vor Privatisierung

Nicht alle bejubeln die Strategie der Uni – gerade Studierendenvertreter haben kein gutes Bauchgefühl. Eine Uni, die sich der Marktwirtschaft aussetzt, ruft Bedenken hervor. Kritiker weisen auf die drohende Privatisierung der Bildung hin. Die Gefahr besteht darin, dass Bildung zur Ware wird und ökonomischen Herrschaftsverhältnissen ausgeliefert ist. In den USA investiert die Industrie beispielsweise jährlich ca. 700 Milliarden Dollar in den Bildungssektor – die Grenzen sind längst verschwommen. Ob das zukünftig auch Brüssel droht, bleibt abzuwarten. Bis dahnin können wir uns ja den neuen "Star Wars"-Film angucken. Oder Adele hören.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Die Freie Universität Brüssel (VUB) im Web

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