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Förderung des Bildungsministeriums

Das Deutschland-Stipendium

published: 05.02.2016

Das Deutschlandstipendium fördert Studierende einkommensunabhändig mit 300 Euro monatlich (Foto: Route 66/Shutterstock.com) Das Deutschlandstipendium fördert Studierende einkommensunabhändig mit 300 Euro monatlich (Foto: Route 66/Shutterstock.com)

Die Finanzierung des Studiums ist bei fast allen Studierenden ein wichtiges und nicht immer einfaches Thema. Den größten Anteil des Budgets macht bei den meisten entweder die Unterstützung der Eltern oder BAföG aus. Ein Nebenjob ist eine Möglichkeit, um zusätzlich etwas Geld in die Kasse zu spülen. Neben dem Studium zu jobben reicht in der Regel noch nicht zum Leben. Eine Hilfe ist das zum Sommersemester 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingeführte Deutschlandstipendium. Wie funktioniert die Förderung und wem nützt sie?

Wer wird gefördert?

Stipendiaten und Stipendiatinnen werden einkommensunabhängig mit 300 Euro pro Monat unterstützt. Das heißt: Jeder kann sich für die Förderung bewerben, unabhängig davon, wie viel Geld er oder sie von den Eltern bekommt, ob er BAföG bezieht oder einen Nebenjob hat. Das Deutschlandstipendium verfolgt das Ziel, begabte und leistungsfähige Studierende finanziell zu unterstützen, damit sich diese voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren können. Der monatliche Zuschuss wird zur einen Hälfte vom Staat und zur anderen Hälfte von privaten Förderern finanziert. Diese privaten Förderer hoffen im Gegenzug darauf, Kontakte zu Nachwuchstalenten zu knüpfen.


Einen Stipendiumsplatz für das Jahr 2015 hat Lars ergattern können. Der Student aus Hamburg bewarb sich in erster Linie wegen des Geldes. Der 20-Jährige hatte in diesem Jahr selbst keinen Kontakt zu den privaten Förderern, kennt jedoch andere Stipendiaten, die teilweise sehr engen Kontakt zu ihren Förderern aus der Wirtschaft hatten bzw. haben. Während des Förderungszeitraums nahm er an einigen Veranstaltungen der Universitätsgesellschaft teil, die er alle sehr interessant fand. Für die Stipendiaten ist es verpflichtend, an mindestens einer Veranstaltung im Jahr teilzunehmen, der Rest ist freiwillig. Lars' Förderung wurde nicht verlängert, da er in diesem Jahr ins Ausland geht und sein Ehrenamt bei der "Studenteninitiative für Kinder" ruht.

Wie kann ich mich bewerben?

Wenn du dich für das Deutschlandstipendium bewerben willst, checke als erstes, ob deine Hochschule überhaupt teilnimmt. Aktuell sind etwa drei Viertel der privaten und staatlichen Hochschulen in Deutschland dabei. Wenn deine Hochschule Stipendiumsplätze anbietet, gibt es in der Regel einen Ansprechpartner und eine eigene Informationsseite. Hier kannst du nachschauen, welche Unis mitmachen. Die Stipendiumsplätze sind zum großen Teil an bestimmte Studiengänge gekoppelt. Besonders gefördert werden technische und naturwissenschaftliche Studiengänge sowie Wirtschafts- und Rechtwissenschaften. Die Förderungen sollen an Bewerber gehen, "deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt". Als leistungsstark gilt, wer gute Noten hat, Verantwortung übernimmt und sich gesellschaftlich engagiert.

Lena ist Studentin an der Uni Hamburg und hat sich im vergangen November für eine Förderung ab 2016 beworben. Von dem Stipendium erfahren hat sie über Freunde. Für die Bewerbung musste die 20-Jährige eine Menge Unterlagen einreichen: neben Lebenslauf und Bestätigung der Studienleistungen noch ein Motivationsschreiben und Zeugnisse ihres außerfachlichen Engagements. Man müsse sich schon um einiges kümmern, sagt sie – dafür lohne sich der Aufwand, wenn es klappe. Wirklich brauchen würde sie die 300 Euro im Monat nicht, weil sie einen Nebenjob hat und einen Zuschuss von ihrer Eltern erhält.


Wem nützt das Stipendium wirklich?

Das Deutschlandstipendium steht auch immer wieder in der Kritik. So steht der Vorwurf im Raum, durch die Vergabe eines einkommensunabhängigen, aber leistungsorientierten Stipendiums würden vor allem bildungsnahe Studierende gefördert, die meist aus Akademikerfamilien stammen. Wie Lena war auch Lars nicht auf die 300 Euro angewiesen.

Somit stellt sich die Frage, ob das Deutschlandstipendium wirklich an der richtigen Stelle hilft. Auch das intransparente Bewerbungsverfahren sowie der hohe Anteil der Verwaltungskosten, der anfangs bis zu 40 Prozent des Gesamtbudgets einnahm, werfen Zweifel über den sinnvollen Einsatz des Geldes auf. Wären die Mittel nicht bei denen besser aufgehoben, die das Geld wirklich zum Leben brauchen?

Auch der Gesamterfolg des Projektes ist fraglich. Zu Förderungsbeginn wurde das Ziel ausgegeben, bis zu acht Prozent aller Studierenden zu fördern. Aufgrund geringer Bewerbungsquoten wurden die staatlichen Mittel reduziert und die Höchstförderquote wurde auf zwei Prozent gesenkt. Im Jahr 2013/14 bekamen jedoch tatsächlich nur 0,76 Prozent der Studierenden Förderung. Dies allerdings sollte Bewerbern wie Lena Hoffnung machen, da durch die relativ geringe Nachfrage die Chancen auf ein Stipendium und die bequemen 300 Euro monatlich gar nicht so schlecht stehen.

[Max Gilbert]

Links

Deutschlandstipendium im Web

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