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Oral Roberts University

Studium mit Fitness-Armband-Zwang

published: 09.02.2016

An der "Oral Roberts University" in den USA müssen Studenten ein Fitnessarmband tragen. Wer nicht aktiv genug ist, bekommt schlechte Noten (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com) An der "Oral Roberts University" in den USA müssen Studenten ein Fitnessarmband tragen. Wer nicht aktiv genug ist, bekommt schlechte Noten (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com)

Serien-Marathon statt Seminar, Katerfrühstück statt Campus – das gehört für viele junge Leute zum Studentenleben dazu. Schließlich kann man nicht immer der perfekte Musterstudent sein wie Oma ihn sich wünscht. Oder? Die Oral Roberts University (ORU) sieht das anders. Wer an der US-amerikanischen Uni studieren will, ist dazu verpflichtet, ein Fitnessarmband zu tragen. Denn wer immatrikuliert ist, der muss nicht nur schlau und clever sein, sondern auch sportlich und gesund. Der perfekte Student also – oder doch eher ein Roboter?


Ein Student ist mehr als ein Hirn

So unterschiedlich die Studierenden, so gleich ihre Handgelenke: Seit Herbst 2015 muss jeder neue Student der Oral Roberts University ein Fitnessarmband tragen. Dieses sammelt und übermittelt Daten. Das wissen die Studis natürlich vorher schon. Sie haben sich bewusst für diese Uni und ihre Lehrform entschieden. Denn das Konzept der ORU ist klar: Ganzheitlichkeit. Mit diesem, wie die Uni ihn selbst nennt, "unique Whole Person approach“, sollen die Studenten nämlich nicht nur mental gefordert werden – nein, der Uni geht es auch um den Körper und "Spirit" ihrer Studierenden.

Besseres Studium für 150 Dollar

Und weil Fitness eben wichtig ist, müssen die Studenten das Fitnessarmband "Fitbit Charge HR" tragen. Kostet 150 Dollar. Andere Marken sind bisher nicht erlaubt. Und was müssen die Studenten konkret erfüllen? Zum einen 10.000 Schritte pro Tag, zum anderen 150 Minuten intensive Betätigung pro Woche – gemessen an der Pulsfrequenz. Die Daten werden an die Uni übermittelt und fließen zu 20 Prozent in die Gesamtnote mit ein.

Klar, schummeln geht theoretisch, doch wer das Band seinem Auto umbindet und selber auf der Couch chillt hat spätestens zum Ende des Semester ein Problem – da muss nämlich jeder Ersti einen Lauf über 1 bis 1,5 Meilen (2,4 Kilometer) bestehen. Je höher das Semester, desto mehr Meilen. Und außerdem, so Uni-Rektorin Dr. Kathaleen Reid-Martinez im Interview mit "Spiegel Online", gebe es an der Uni ja auch den Ehrenkodex, ehrlich zu sein.


Was würde George Orwell tun?

Nun lässt sich sicherlich drüber streiten, ob das Fitnessarmband ein Synonym für Überwachung ist und George Orwell sich gerade im Grab umdreht. Schließlich tun die Studierenden das ja freiwillig. Wer das alles doof findet, geht halt woanders studieren. Schließlich gilt an der religiösen ORU auch noch anderes: Rauchen, Alkohol und vorehelicher Sex sind streng verboten.

Ein Schritt in die richtige Richtung scheint es angesichts unserer Leistungsgesellschaft aber irgendwie nicht zu sein. Am Besten man schwitzt man bei den 150 Minunten intensiver Betätigung auch nicht. Sieht dann irgendwie schöner aus. Doch was sagen die Betroffenen? Gibt es Kritik an dem Ganzen? Nö, die gab es von den Studenten bisher noch gar nicht, behauptet Reid-Martinez. Roboter haben üblicherweise ja auch keine eigene Meinung.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Die Oral Roberts University (ORU) im Web
Das Fitnessarmband "Fitbit Charge HR" im Web
Kathaleen Reid-Martinez, Leiterin der Oral Roberts University, im Interview mit "Spiegel Online"

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