Studienreform

Das ändert sich am Bachelor

published: 19.07.2016

Studierende haben allen Grund zur Freude: Am Bachelorsystem soll sich künftig einiges ändern (Foto: Shutterstock.com/Rawpixel.com) Studierende haben allen Grund zur Freude: Am Bachelorsystem soll sich künftig einiges ändern (Foto: Shutterstock.com/Rawpixel.com)

Zu verschult. Zu wenig Praxiserfahrung. Zu straffer Zeitplan. Es wird viel rumgemeckert am Bachelorabschluss #zurecht — jetzt wird endlich auch was getan. Die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) haben monatelang beraten, was man besser machen könnte. Jetzt wurden die Ergebnisse in einem [url 11964] vorgestellt. Es soll für mehr Flexibilität gesorgt und den Studierenden Spielraum zur individuellen Gestaltung ihres Studiums gegeben werden. Pointer verrät dir die wichtigsten Änderungsvorhaben am Bachelorsystem.



1. Individuelle Studiumsgestaltung

In Zukunft soll es Studierenden einfacher gemacht werden, ihr Studium individuell nach ihren Wünschen und Vorlieben zu gestalten und zu modellieren. Endlich. Mehr Freiräume sollen geschaffen werden — ob durch Teilzeit-, Fern- oder berufsbegleitende Studiengänge. Konkret bedeutet die Individualisierung zum Beispiel, dass die Vorgaben für die Bearbeitungszeit und den Umfang von Bachelor- und Masterarbeiten gelockert werden. So soll es bald möglich sein, diese über mehrere Semester hinweg zu schreiben sowie gemeinsam mit Kommilitonen.

2. Lockerung der Regelstudienzeit

Mit der individuelleren Studiumsgestaltung geht die Lockerung der Regelstudienzeit einher. Damit sich Studierende freier durch das Lehrangebot arbeiten können, soll die festgelegte Grenze von zehn Semestern für Bachelor- plus Masterabschluss wegfallen. Starre staatliche Vorgaben für eine Gesamtstudienzeit gibt es damit nicht — dafür aber mehr Freiheit und Flexibilität für die Studierenden.



3. Unkomplizierterer Auslandsaufenthalt

Ausland — machen oder lieber sein lassen? Eine Frage, die sich viele Studis stellen. Finanzierung, Zeitverlust und unklare Anerkennung der an ausländischen Unis erbrachten Leistungen sind oft Hindernisse. Aber nicht mehr lange. So jedenfalls der Plan von KMH und HRK. Durch institutionalisierte Kooperationen zwischen in- und ausländischen Hochschulen soll die Anerkennung von internationalen Leistungen bald reibungslos und umfassend möglich sein. So soll die im Ausland verbrachte Studienzeit keinen verzögernden Einfluss auf die zeitliche Planung des Bachelors mehr haben.


 
Über 19.000 Studiengänge, 300 Orte, 747 Hochschulstandorte

HOCHSCHULKARTE

HOCHSCHULKARTE

Mimadeo / shutterstock.com
 


4. Keine Noten in den ersten Semestern

Ja, Noten sind wichtig. Nach wie vor. Aber sie sind nicht alles. Um den Studierenden in den ersten Semestern den Notendruck zu nehmen, können die Hochschulen in Zukunft die dort zu erbringenden Leistungen lediglich mit "bestanden“ oder "nicht bestanden“ bewerten. Diese fließen somit nicht in die Endnote ein. Die Benotung unter landesrechtlicher Regelung startet dann erst in höheren Semestern, wenn die Studierenden bereits etwas geübter beim Schreiben von Hausarbeiten und im Lernen für universitäre Klausuren sind.



5. Umstellung weiterer Studiengänge

Mit 88,2 Prozent ist die große Mehrheit der Studiengänge bereits auf das gestufte Bachelor- und Mastersystem umgestellt. Doch es gibt nach wie vor Studiengänge, die bisher nicht reformiert wurden. Dazu zählen an vielen Unis Studiengänge wie Lehramt, Medizin, Pharmazie und Rechtswissenschaften. Das soll sich künftig ändern. Zwar ist keine vollkommene Umstrukturierung in ein Bachelor- und Mastersystem geplant, eine zunehmende Annäherung hingegen schon.

So sollen in Zukunft mehr Elemente der gestuften Studienstruktur übernommen und in den bisherigen Lehrplan integriert werden. Ziel ist es, die Studiengänge besser mit bereits umgestellten Studiengängen zu verknüpften und international anschlussfähig zu machen. In den Fächern Jura und Medizin fordern KMK und HRK neben dem bisherigen Studium auf Staatsexamen die Einrichtung eines ergänzenden Angebots in Form gestufter Studiengänge.

6. Mehr Notentransparenz beim Master

Sich für einen Master zu bewerben kann kompliziert und anstrengend sein. Jede Uni hat eine eigene Notenkultur und die Zugangsvoraussetzungen sind oft unklar. Um dies zu ändern und die Noten transparenter zu machen, soll auf Bachelorzeugnissen zusätzlich zu absoluten Noten ein Prozentrang aller vergebenen Noten aufgeführt werden. So sollen die Zulassungen zu Masterstudiengängen transparenter gemacht, die objektive Bewertung erleichtert und die Chancengleichheit verbessern werden.



Und, wie geht's jetzt weiter?

Wann diese Änderungen allerdings genau in Kraft treten und wie die Umsetzung im Detail aussehen wird — das steht noch in den Sternen. Der Plan liegt vor. Soweit, so gut. Im kommenden Wintersemester wird man davon leider noch nicht wirklich viel mitbekommen. Jetzt sind im nächsten Schritt die Unis gefragt, die Verbesserungen umzusetzen. Na dann: Fleißig Daumen drücken!

Alle geplanten Änderungen findest du im Detail auf der Website der Hochschulrektorenkonferenz zum Nachlesen.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

Mehr

Mietpreise steigen weiter
Die deutsche Adele?
So findest du neue Freund­schaften

Links

Der "Beschluss der Hochschulrektorenkonferenz vom 10.11.2015 sowie der Kultusministerkonferenz vom 08.07.2016" im Web

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung