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Studentenprojekt "Bloon"

Ich ziehe in einen Ballon

published: 01.08.2016

Umzugskartons schleppt man in Bochum neuerdings durch alte Telefonzellen in einen Ballon mit Hüpfburgboden. Was verrückt klingt, ist ein Wohnprojekt von Studierenden (Foto: Africa Studio/Shutterstock.com) Umzugskartons schleppt man in Bochum neuerdings durch alte Telefonzellen in einen Ballon mit Hüpfburgboden. Was verrückt klingt, ist ein Wohnprojekt von Studierenden (Foto: Africa Studio/Shutterstock.com)

Als Studierender ist man mit vielerlei Problemen konfrontiert: Zu viele Pfandflaschen, um alle auf einmal zum Supermarkt zu bringen, leerer Handyakku in der Vorlesung – und mangelnder Wohnraum. Oh ja. Gerade in Großstädten wird es immer schwerer, bezahlbaren Platz zum Leben zu finden. Mit Betonung auf: bezahlbar. In Deutschland ist dies mittlerweile fast ein Ding der Unmöglichkeit. "Halt stopp, jetzt bauen wir", dachten sich angesichts der Wohnungsknappheit Architekturstudierende der Hochschule Bochum. Das Ergebnis ist das Projekt "Bloon" – ein Ballon, zum drin wohnen. Klingt verrückt. Ist es auch.


Das Konzept an sich ist einfach – aber verrückt

Überfüllte Studentenwohnheime und teure WG-Zimmer erfordern Kreativität bei der Wohnungssuche. Und die haben 20 Studierende der Hochschule Bochum sowas von bewiesen. Im Rahmen eines Wettbewerbs in ihrem Architekturstudium entwickelten sie das Projekt "Bloon", um mehr Wohnraum für Studierende der Stadt zu schaffen. Architekturdozentin Agnes Giannone stellte ihrem Seminar die Frage, wie man unbrauchbaren Raum in der Innenstadt nutzbar machen kann. Das Ergebnis: Ein aufblasbarer Ballon, in dem man schlafen und leben kann.

Das Konzept an sich ist einfach – aber verrückt: Ein aufblasbarer Ballon, der zwischen zwei Häuserwänden aufgeblasen wird. Und dann eingeklemmt in der Luft hängt. Das Wohnexperiment wurde gerade in der Hugo-Schultz-Straße 65 in Bochum getestet: In der Zeit vom 18. bis 31. Juli schliefen dort Interessierte in dem ersten installierten Ballon. Das ganze ist eine Weltneuheit. Eine Weltneuheit, in die viel Herzblut, Geld und Zeit investiert wurde: Seit anderthalb Jahren arbeiten die Studierenden schon an "Bloon" – und mehrere zehntausend Euro hat das Projekt bereits gekostet.


Leben in einer Hüpfburg

Den Ballon besteigt man durch eine alte Telefonzelle – diese ist Eingang, Treppenhaus, Badezimemr und Toilette in einem #gehtnichtgibtsnicht. Stolze 15 Quadratmeter umfasst die aus Kunststoffen gefertigte Wohn-Blase. Der Boden ist nicht fest, sondern gleicht eher dem Boden einer Hüpfburg. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Und frische Luft gibt es in dem Ballon dank integrierter Pumpe auch. Die gesamte Innenfläche ist mit einer Art Matratze überzogen, die Wände sind lichtdurchlässig aber nicht transparent. Wer ab und zu mal einen Stuhl oder Ablagemöglichkeiten braucht, der wird auch nicht enttäuscht – kann alles aus zusammenfügbaren Kugeln gebastelt werden. Und klar: Für Strom, Wasser und natürlich Internet ist auch gesorgt.

Nur eins fehlt in dem Ballon: eine Küche. Diese Einsparung kommt nicht von ungefähr: In einer Campus-Umfrage zu den Wohnbedürfnissen hatten die Architekturstudierenden herausgefunden, dass zum Wohnen vor allem ein Bett und ein Laptop benötigt wird. Mehr wollen die Wohnungssuchenden gar nicht. Naja, und etwas Platz für die ganzen Pfandflaschen wäre wahrscheinlich auch ganz nett.

Detaillierte Infos zum Projekt "Bloon" und seinem bisherigen Verlauf findest du auf der dazugehörigen Website oder auf Facebook. Und in diesem niedlichen Video:

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Zum Pointer-Artikel "Rekordpreise für WG-Zimmer"
Die Hochschule Bochum im Web
Das Projekt "Bloon" im Web
Das Projekt "Bloon" auf Facebook

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