Bildungsmonitor 2016

Bessere Bildung für Flüchtlinge

published: 19.08.2016

Laut Bildungsmonitor 2016 stagniert die Bildungsleistung in Deutschland. Auch deshalb sollen Flüchtlinge besser in die Bildung integriert werden (Foto:Tiplyashina Evgeniya/shutterstock.com) Laut Bildungsmonitor 2016 stagniert die Bildungsleistung in Deutschland. Auch deshalb sollen Flüchtlinge besser in die Bildung integriert werden (Foto:Tiplyashina Evgeniya/shutterstock.com)

Zum ersten Mal seit 13 Jahren gibt es keine Verbesserungen in unserem Bildungssystem. Die Abbrecherquote von ausländischen Schülern ist sogar innerhalb eines Jahres von 10,7 auf 11,9 Prozent gestiegen. Die größte Herausforderung sei aktuell, Flüchtlingskinder zu einem Schulabschluss zu verhelfen, so der Bildungsmonitor. Der Bildungsmonitor ist ein Gutachten vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Es misst seit 2004 den bildungspolitischen Fortschritt in Deutschland, vor allem aus ökonomischer Sicht. Anhand von 93 Indikatoren wie der Verfügbarkeit von Ganztagsschulen oder Abbrecherquoten wird die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems nach Bundesland ermittelt.


3,5 Milliarden für Bildung von Flüchtlingen

Aufgrund der Schulabbrecherquote ausländischer Kinder fordern Wirtschaftsforscher mehr frühkindliche Bildung, sprich mehr Kita-Plätze für Flüchtlingskinder. Studienleiter Axel Plünnecke spricht von circa 98.500 zusätzlich benötigten Kitaplätzen allein im nächsten Jahr. 700 Millionen Euro würde das etwa in Anspruch nehmen. Die Wirtschaftsforscher beziehen sich bei der zentralen Rolle der frühkindlichen Förderung auf eine vorangegange Studie (Anger/Orth, 2016). Sie belegt, dass Kinder, die eine Kita länger als ein Jahr besucht haben bei PISA-Studien besser abschneiden als andere Kinder. 1,3 Milliarden sollen in Schulen investiert werden, und 1,2 Milliarden Euro, um Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorzubereiten. Aus der Studie geht hervor, dass nächstes Jahr 121.000 Flüchtlinge einen Platz in der Ausbildungsförderung und 34.000 in der dualen Ausbildung benötigen. Ein Ziel sei es, durch bessere Integration in den Arbeitsmarkt, Kosten in Höhe von 3,1 Milliarden einzusparen.



 
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Berlin ist Schlusslicht

Wie im Jahr zuvor haben Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg die leistungsfähigsten Bildungssysteme. Hier gibt es laut Bildungsmonitor eine gute Bildungsqualität, auch wenn die Wirtschaftsforscher in diesen Ländern trotzdem etwas zu bemängeln haben. In Thürigen etwa zeigten sie sich besorgt über den hohen Anteil älterer Lehrer, der in naher Zukunft schwer ersetzt werden könne. Bayern und auch Baden-Würtemberg fehlten ausreichende Ganztagsplätze. Den letzten Platz hinter Brandenburg und Nordrhein-Westfalen belegt Berlin. Die Leistungen der Schüler schneiden hier im Vergleich am schlechtesten ab und viele verließen die Schule ohne einen Abschluss. Wesentliche Schwächen und gleichzeitg Herausforderungen des gesamten deutschen Schulsystems seien Inklusion, Integration und das Zusammenwirken von Herkunft und Bildung.



[PA]

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