Studie "Generation What"

Was denkt Europas Jugend?

published: 21.11.2016

(Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com) (Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com)

Europa, Nationalismus, Bildung, Liebe — wie denkt die junge Generation darüber? Generation Y, Generation Beziehungsunfähig. Es gibt viele Namen für die Generation, die irgendwie niemand so richtig fassen kann. Und nun hat sie noch einen weitere bekommen: "Generation What". So lautet der Name der europaweiten Studie, die vom ZDF, dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem SWR durchgeführt wurde und noch immer wird. Befragt wurden über 940.000 junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren — aus 35 europäischen Ländern. Jetzt wurde der Abschlussbericht der Studie vorgelegt, der einige Fragen beantwortet. Zum Beispiel, was für junge Menschen Heimat bedeutet, ob sie Europa vertrauen — und wie sie es so mit der Monogamie halten.

"Generation What?" - Deutschland "Generation What?" ist ein Multimedia-Projekt von 16 Sendeanstalten aus 12 Ländern Europas mit dem Ziel, die größte Jugendstudie Europas zu erstellen. Zentrales Element ist die interaktive Webseite

"Generation What?" - Deutschland

 

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Zunehmender Nationalismus

Von den befragten jungen Deutschen spüren 75 Prozent einen zunehmenden Nationalismus in Europa — und bewerten diese Entwicklung als negativ. 12 Prozent nehmen eine Tendenz zu mehr Nationalismus ebenfalls wahr, stufen diese aber als positiv ein. Nicht ganz uninteressant: Unter diesen Befragten sind doppelt so viele Männer wie Frauen und doppelt so viele Niedriggebildete wie Hochgebildete. In Gesamteuropa sind nationale sowie anti-europäische Tendenz unter den Befragten zu spüren. In Österreich bewerten 21 Prozent und in den Niederlanden 19 Prozent den Trend zu mehr Nationalismus als positiv.

Zweifel an Europa

Europa ist für die jungen Deutschen ein notwendiges Konstrukt — das sagen 36 Prozent der Befragten. Und obwohl sich 78 Prozent gegen einen Austritt Deutschlands aus der EU aussprechen, halten nur 26 Prozent Europa als das Richtige für die Zukunft. Für 18 Prozent ist es nicht mehr als bloß der Name eines Kontinents — mehr verbinden sie mit dem Staatenverbund nicht. Dies spiegeln auch die Ergebnisse zum Vertrauen in Europa wider: Nur fünf Prozent der jungen Befragten vertrauen Europa "völlig", während 15 Prozent "überhaupt kein" Vertrauen haben. Im Grundsatz gibt es eine große Spaltung: 39 Prozent vertrauen Europa "mehr oder weniger" — genau so viele "mehr oder weniger nicht".


 
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Home is where Europe isn't

Eine große Schwachstelle, die die Studie "Generation What?" an Europa offenlegt: Die fehlende Identifikation. Auf die Frage, mit was sich die jungen deutschen Befragten identifizieren würden, antworteten nur neun Prozent mit "Europa" — die meisten, 42 Prozent, fühlen sich ihrer Stadt und Region zugehörig. 23 Prozent identifizieren sich am meisten dem Land und mit der Welt als Ganzem antworteten 24 Prozent. Damit liegt Deutschland gemeinsam mit Spanien auf den letzten Plätzen, was die Verbundenheit mit ihrer Nation angeht.

Eltern auf Facebook, Monogamie, Feminismus — weitere Ergebnisse

Die Studie "Generation What?“ beschränkt sich allerdings nicht auf Politik, sondern umfasst jeden Lebensbereich der jungen Befragten. Angefangen bei Facebook über Verhütung bis hin zu der Frage, ob man gemeinsam mit den Eltern schon einmal einen Joint geraucht hat. Alle Ergebnisse im Detail kannst du hier nachsehen — und dich dabei selbst hinterfragen. Wir haben mal ein paar interessante Fakten zusammengestellt.

Generation What - Me, Myself & I - EUR



Glücklich ohne Liebe und Treue? 14 Prozent der jungen Befragten könnten auch ohne Liebe glücklich sein — 16 Prozent hatten schon mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig. Zudem interessant: 23 Prozent sehen Treue in einer Beziehung als verhandelbar. So konventionell wie bei Oma und Opa läuft`s eben nicht mehr.

Kinder? Muss nicht sein. Scheidung schon Mehr als die Hälfte der Befragten — 53 Prozent — können auch ohne Kinder glücklich sein. 73 Prozent sehen die Scheidung als manchmal notwendig an.

Oh Gott! 79 Prozent der Befragten sind glücklich ohne den Glauben an (einen) Gott.

Ich vetrau` nur mir 66 Prozent geben an, sich nur auf sich selbst verlassen zu können. Dass ohne gegenseitige Solidarität ihm Leben nichts geht, sehen trotzdem 91 Prozent so.

Zu wenig Freiheit 42 Prozent finden, dass Deutschland ihnen nicht die Möglichkeiten gibt, zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt.

Ja zum Feminismus 49 Prozent finden, dass wir in Deutschland noch weit von der Gleichberechtigung von Frau und Mann entfernt sind.

Verhütung muss sein! 59 Prozent könnten nicht ohne Verhütungsmittel glücklich sein.

Facebook, Drogen, Eltern 66 Prozent sind mit ihren Eltern nicht auf Facebook befreundet. Fünf Prozent haben mit ihnen schonmal einen Joint geraucht.
 

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Du willst auch ein Teil der "Generation What?" werden? Bis zum April 2017 kannst du noch an der Umfrage teilnehmen und deine Meinung zu Glaube, Sexualität, Politik und Bildung abgeben. Einfach [url 12419] klicken. Viel Spaß!

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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