Studie

Vier internationale Hochschul-Trends

published: 27.02.2017

Immer mehr Studierende, zunehmend private Unis und Diversität der Lernenden – eine neue Studi zeigt Herausforderungen der internationalen Hochschullandschaft (Foto: l i g h t p o e t/Shutterstock.com) Immer mehr Studierende, zunehmend private Unis und Diversität der Lernenden – eine neue Studi zeigt Herausforderungen der internationalen Hochschullandschaft (Foto: l i g h t p o e t/Shutterstock.com)

Die Körber-Stiftung hat eine Studie in Auftrag gegeben, die leider einen ziemlich komplizierten Namen hat – dafür aber auch ziemlich wichtig ist. Denn es geht um die gegenwärtige Lage der internationalen Hochschullandschaft. Und damit auch um ihre Zukunft. Die Studie heißt "Responding to Massification: Differentiation in Postsecondary Education Worldwide“ (dt.: "Antworten auf die Massifizierung: Differenzierung in der postsekundaren Bildung weltweit"). Yes, unverständlicher hätte man es kaum formulieren können – lang lebe der Fachterminus. Aber nun ja, viel wichtiger: Was hat die Studie ergeben? Wie steht es um unsere Hochschulen? Pointer hat die vier zentralen Entwicklungstrends, die in der Studie herausgearbeitet wurden, im Überblick.
 

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Mehr Bildung – aber bitte mit System

Anlass für die Körber-Stiftung, die Studie in Auftrag zu geben, ist die Tatsache, dass weltweit immer mehr Akademiker gebraucht werden #wissensgesellschaft. Dieser Wunsch nach Hochschulbildung ist toll – nicht so toll ist allerdings die derzeitige Umsetzung. In der Studie wurden die Hochschullandschaften in 13 Ländern untersucht. Und deutlich wird: Die Bildungssysteme wandeln sich rasant, national begrenzt und heterogen. Dieser Boom führt letztlich leider dazu, dass langfristige Strategien und ein stimmiger Aufbau fehlen. Sprich: Es gibt kein einheitliches System.

In der über 170 Seiten langen Studie wurden insgesamt vier übergeordnete Trends identifiziert, die die aktuelle Entwicklung der internationalen Hochschullandschaft beeinflussen und vor neue Herausforderungen stellen.


 
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Trend 1: Der Privatsektor wächst

Die wohl beunruhigendste Entwicklung, die die Studie sichtbar macht: Die Etablierung von immer mehr privaten, gewinnorientierten Hochschulen. Öffentliche Hochschulen werden zunehmen privatisiert, die Studiengebühren steigen. Gerade in den Ländern, in denen der Staat die Nachfrage nach öffentlicher Hochschulbildung (noch) nicht decken kann, boomen private Anbieter. Das Problem: Die Qualität dieser privaten Hochschulen variiert stark; oftmals geht es nur um wirtschaftliche Gewinne. Dies führt in letzter Konsequenz dazu, dass der staatliche Einfluss auf das Bildungssystem schwindet. Deutschland bildet dabei eine Ausnahme, heißt es in der Studie, denn es sei "das einzige Land, in dem die Politik noch immer an einer beitragsfreien öffentlichen Hochschulbildung für nahezu alle Studierenden festhält".
 

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Trend 2: Akademisierung hält an

Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern Bildung auch reine Sache der sozialen Elite. Heute sieht das anders aus: In vielen Ländern studieren mehr als die Hälfte eines Jahrgangs. Auch in Schwellenländern werden Bildungssysteme ausgebaut, weshalb sich immer mehr junge Menschen an Unis immatrikulieren können.

Trend 3: Studierende werden immer unterschiedlicher

Mit der zunehmenden Zahl an Studierenden geht einher, dass die Lernenden sich zunehmend diversifizieren – d.h.: Es gibt immer mehr unterschiedliche Studierende mit heterogenen Bildungsvoraussetzungen und Erwartungen. Das traditionelle, stark wissenschaftlich ausgerichtete Studium erfülle somit, so ein Ergebnis der Studie, nur noch die Wünsche eines kleinen Teils der heutigen Studierenden. In vielen Ländern werden entsprechend Alternativen geschaffen, die leider oft nicht anschlussfähig an das akademische System sind.

Trend 4: Die meisten Unis wollen den Weltklassestatus

Von den 13 untersuchten Ländern streben die meisten an, einen Elitesektor an forschungsstarken und international konkurrenzfähigen Universitäten zu schaffen. Dieses Ziel des Weltklassestatus wird z.B. durch Exzellenzinitiativen finanziell forciert. Problematisch ist diese Entwicklung laut Studie deshalb, weil national nicht definiert ist, welche Rolle diese Spitzeninstitutionen einnehmen sollen. Um ein stimmiges System an Programmen und Institutionen zu schaffen, sei dies aber unverzichtbar.
 

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Die ganze Studie im Detail findest du hier – zudem gibt es eine deutsche Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, die du hier findest.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Die gesamte Studie „Responding to Massification: Differentiation in Postsecondary Education Worldwide“ im Web
Die Körber-Stiftung im Web
Zur deutschen Zusammenfassung der Studie "Responding to Massification: Differentiation in Postsecondary Education Worldwide"

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