Brexit

Bye-bye, Forschungs­gelder

published: 11.03.2017

Was bedeutet der Brexit für die Hochschulen? (Foto: Delpixel/Shutterstock.com) Was bedeutet der Brexit für die Hochschulen? (Foto: Delpixel/Shutterstock.com)

Spätestens seit wir begriffen haben, dass AstroTV kompletter Quatsch ist und wir dafür nicht mal Jan Böhmermanns investigative Fähigkeiten benötigten, wissen wir: In-die-Zukunft-gucken ist nicht. Dass diese Fähigkeit allerdings oftmals durchaus hilfreich wäre, beweist aktuell mal wieder der Fall "Brexit“ — der geplante Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Denn die Folgen, die dieser Schritt hat, werden erst nach und nach deutlich. So sind es nun die britischen Wissenschaftler, die ihre Bedenken am Brexit äußern, denn: Dieser wird sie immense Summen an EU-Fördergeldern kosten. Darauf wollen sie nicht gern verzichten — weshalb nun nach neuen Lösungen gesucht wird.
 

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Kommt der "Brain Drain“?

Wissenschaftliche Forschung benötigt Geld. Das ist klar. Und für das Vereinigte Königreich besonders ärgerlich, denn durch den Brexit werden ihm bisherige finanzielle EU-Förderungen künftig entzogen — und da sprechen wir nicht von ein paar tausend Euro, sondern von einer Milliarde Euro Forschungsgeldern jährlich. Soviel erhält Großbritannien derzeit aus EU-Töpfen. Und das Land ist von diesen Geldern in einigen Forschungsgebieten auch stark abhängig: Von 2006 bis 2015 finanzierten die EU-Mittel die Hälfte der öffentlichen Mittel für die Krebsforschung, die Biomedizin, Nanotechnologie sowie die Evolutionsbiologie, so der Wissenschaftspolitiker Ulrich Schreiterer.

Der Verlust dieser Forschungsgelder ist besonders angesichts der Tatsache schmerzlich, dass die britische Regierung die Fördergelder von nationalen Forschungsprojekten seit einiger Zeit kontinuierlich kürzt. Kein Wunder, dass viele Wissenschaftler auch ganz ohne Wahrsagerkugel den sogenannten "Brain Drain“ kommen sehen: Die zunehmende Abwanderung von Akademikern aus Großbritannien ins Ausland. Dorthin, wo sie noch finanzielle Förderung für ihre Projekte bekommen.


 
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Eliteuniversität Oxford exportieren?

Nun sind alle fleißig dabei, alternative Lösungen zu finden, wenn die EU-Fördergelder wegfallen. Irgendwie muss ja Geld her. Und es gibt auch schon kreative Ideen: So haben Zeitungen wie "The Telegraph" berichtet, dass Frankreich der Vorzeigeuni Englands schlechthin — der Eliteuniversität Oxford — angeboten habe, eine weitere Uni in Frankreich zu gründen. Auch der Universität Warwick wurden bereits ähnliche Angebote gemacht. Was darauf genau wird, ist aber nicht sicher.

Und da gibt es noch so ein Problem

Tja, irgendwas ist immer. Denn als wäre das Wegfallen der EU-Fördertöpfe für britische Wissenschaftler nicht schon schlimm genug, bringt der Brexit auch noch ein weiteres Problem mit sich: Weniger ausländische Studierende an britischen Unis — derzeit machen sie rund 28 Prozent aus. Wenn durch den Brexit die Studiengebühren an den Universitäten steigen, können es sich weniger junge Menschen leisten, dort einen Teil oder ihr gesamtes Studiums zu absolvieren. Die sogenannten "home fees“ für Austauschstudierende aus den EU, die nicht über ein Förderprogramm an britische Unis kommen, liegt bei einer Obergrenze von 10.800 Euro. Wenig Geld ist das nicht.
 

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Es bleibt also abzuwarten, wie britische Wissenschaftler künftig die fehlenden EU-Fördergelder ersetzen werden. Vielleicht bleibt ja bis dahin noch genug Geld übrig, um es in die Erforschung einer Wahrsagerkugel zu investieren — dann kann man wenigstens gleich sehen, welche Folgen eine Entscheidung wie der Brexit auf Dauer mit sich bringt.

Was sich sonst noch für deutsche Studis durch den Brexit ändert, kannst du hier in diesem Pointer-Artikel nachlesen.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Zum Artikel "Exclusive: Oxford University may break with 700 years of tradition and open a foreign campus - after France offers Brexit sweetener" auf telegraph.co.uk
Zum Pointer-Artikel "Was der Brexit für Studis bedeutet"

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