Neue Studie

Höchstens 59 Kilometer zur nächsten Hochschule

published: 23.03.2017

Bis zur nächsten Hochschule ist es nur ein Katzensprung: Eine neue Studie zeigt, wie sich die Zunahme der Studienstandorte in Deutschland verändert hat (Worawee Meepian/Shutterstock.com) Bis zur nächsten Hochschule ist es nur ein Katzensprung: Eine neue Studie zeigt, wie sich die Zunahme der Studienstandorte in Deutschland verändert hat (Worawee Meepian/Shutterstock.com)

In Deutschland muss mittlerweile niemand mehr länger als eine Autostunde fahren, um zur nächstgelegenen Hochschule zu kommen. Denn: Die Zahl der Studienstandorte ist in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegen. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie "Hochschulbildung wird zum Normalfall — auch in räumlicher Hinsicht?“ des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), das zur Bertelsmann-Stiftung gehört.

In der Studie wurde analysiert, inwiefern sich die Anzahl der Hochschulstandorte in Deutschland im Vergleich der Jahre 1990 und 2016 verändert hat. Die These, die der Studie zugrundelag, lautete, "dass sich der quantitative Ausbau des Hochschulsystems, gemessen in Studienanfänger(innen)- und Studierendenzahlen, auch in einer Zunahme an Hochschulstandorten ausgewirkt hat". Welche interessanten Ergebnisse bei Überprüfung der These noch entstanden sind, hat Pointer für dich im Überblick.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Früher war alles.. weniger

Ja, seit der Wende hat sich so einiges getan — auch im Hinblick auf die Anzahl der Hochschulen. Diese haben sich knapp um das Dreifache gesteigert. Waren es 1990 noch 232 Standorte, an denen man in Deutschland studieren konnte, sind es 2016 stolze 619. Die Mathematikstudierenden brüllen nun wie aus dem Effeff: Das entspricht einee Steigerung von 167 Prozent! Liebes CHE-Team, damit wurde eure These wohl bestätigt #congrats.


 
Über 19.000 Studiengänge, 300 Orte, 747 Hochschulstandorte

HOCHSCHULKARTE

HOCHSCHULKARTE

Mimadeo / shutterstock.com
 


Immer mehr Studis

Die zunehmende Zahl der Hochschulstandorte ist eine logische Konsequenz aus der wachsenden Menge an Abiturienten: Seit drei Jahren steigt nun schon die Zahl der studienberechtigten (Fach-)Abiturienten. Während es 1996 lediglich knapp 1,8 Millionen Studierende gab, sind es 2016 ganze 2,8 Millionen. Zudem wird das Bild der Studis insgesamt heterogener — jeder will was anderes, und das ist auch gut so. Angesichts dieser Tatsache also kein Wunder, dass der Bedarf nach Unis und Studienplätzen steigt.

Berlin, Berlin — wir wollen nach Berlin

Mittels der CHE-Studie konnte zudem herausgefunden werden, wo die neuen Hochschulstandorte vor allem entstehen. Und, na klar: Berlin. Zwar singt die Band Kraftklub "Ich will nicht nach Berlin" — die Zahl der neu entstandenen Studienorte beweist aber das Gegenteil. Gerade in Großstädten und Ballungsräumen, wo es eine hohe Anzahl an Abiturienten gibt, finden Neugründen statt. So gibt es in Berlin seit 1990 stolze 28 neue Hochschulstandorte — dicht gefolgt von den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, in denen angehende Studis die Wahl zwischen 27 Hochschulen haben.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Maximal 59 Kilometer bis zur nächsten Hochschule

Das Problem daran ist allerdings, dass die aus dem Boden schießenden Hochschulen, die sich vor allem in den Großstädten ansiedeln, ein Problem für kleinere Städte darstellen, da sich dort die Zahl der eingeschriebenen Studis verringert — mit möglichen negativen Konsequenzen für die dortige Qualität der Lehre.

Allerdings gibt es mittlerweile auch immer mehr Hochschulstandorte in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen es zuvor keinen einzigen gab. Das CHE kommt mit seiner Studie somit letztlich zu dem Fazit, dass 2016 in Deutschland kein einziger Postleitzahlbezirk mehr existiert, der vom nächstgelegenen Hochschulstandort weiter als eine Autostunde, ca. 59 Kilometer Luftlinie, weg ist.

Die gesamte Studie des CHE kannst du hier nachlesen. Und zur musikalischen Untermalung dabei empfehlen wir, natürlich: Kraftklub.

KRAFTKLUB - ICH WILL NICHT NACH BERLIN + LYRICS http://www.youtube.com/user/NewUrbanMusicHD/videos Ich komme aus Böblingen bei Stuttgart - uncool! Jetzt wohn' ich in Berlin, seit 18 Monaten und muss sagen ich bin echt angekomm! - Aha! Meine Kle KRAFTKLUB - ICH WILL NICHT NACH BERLIN + LYRICS

KRAFTKLUB - ICH WILL NICHT NACH BERLIN + LYRICS

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

Mehr

Finde das Thema für deine Bachelorarbeit
Prokrasti­nieren ohne schlechtes Gewissen
Abinote oder Eignungstest?

Links

Die CHE-Studie "Hochschulbildung wird zum Normalfall — auch in räumlicher Hinsicht?“ im Web
Die Bertelsmann-Stiftung im Web
Das Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) im Web

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung