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WG-Casting

"Du bist im Recall"

published: 19.04.2017

Ein WG-Casting kann für die Bewerber ganz schön anstrengend sein (Foto: REDPIXEL.PL/Shutterstock.com) Ein WG-Casting kann für die Bewerber ganz schön anstrengend sein (Foto: REDPIXEL.PL/Shutterstock.com)

An der Universität geht es wieder los, das Studium fängt für die einen an, für die anderen kommt ein weiteres Semester hinzu. Damit hört nicht nur die Freizeit auf, sondern es schleichen sich die fiesen kleinen und großen Probleme des Alltags in dein Leben. Gerade wenn es darum geht, das richtige WG-Zimmer zu finden, bricht das Chaos aus. Nach der erfolgreichen Kontaktaufnahme steht die nächste Hürde an. Doch was gilt es bei der Besichtigung und dem ersten Kennenlernen, dem "WG-Casting", zu beachten? Pointer gibt dir Tipps für eine erfolgreiche WG- und Mitbewohnersuche.


Ich hab heute leider kein Zimmer für dich

Die Suche nach dem perfekten Zimmer ist manchmal so, wie die Nadel im Heuhaufen zu finden. Du hast dich für gefühlt 500 Zimmer beworben und wurdest tatsächlich von einer scheinbar netten WG eingeladen. Du machst dich schick, malst dir aus, dass ihr euch richtig gut verstehen werdet und dann das: Ein WG-Casting! Schon wenn man dich beim Reingehen mit vermeintlich lustigen Partyhütchen und Tröten begrüßt, würdest du am liebsten wieder rückwärts aus der Wohnung rausgehen. Aber weil du dir schon die Mühe gemacht hast herzukommen, gibst du dieser superlativen Veranstaltung dann doch noch eine Chance. Nicht selten erinnern diese Art von WG-Castings an ein klassisches Vorstellungsgespräch: Warum sollten wir gerade dich nehmen? Welches sind deine Stärken, was zählst du zu deinen Schwächen? Was wirst du zum WG-Leben beitragen?


Wie überzeugst du beim WG-Casting?

Oberstes Gebot: Sei du selbst! Warum? Weil es nichts bringt, sich für eine WG zu verstellen und dann später doch zu merken, dass ihr gar nicht zusammenpasst. Das bedeutet allerdings nicht, dass du dir keine Mühe geben sollst oder dich nicht richtig vorbereitest. Bleibe authentisch und zeige, wer du wirklich bist. Am besten überzeugst du mit ehrlichen Antworten, doch auch ein bisschen Schlagfertigkeit hat noch keinem geschadet. Eine gesunde Portion Humor darfst du gerne an den Tag legen, denn niemand will in einer langweiligen WG ohne kleine Späßchen leben. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Hilfsbereitschaft. Wenn du den Mitbewohnern zeigst, dass du hilfsbereit bist und unterstützen kannst, kann das sehr wertvoll für das künftige Zusammenleben sein. Zu guter Letzt ist es auch wichtig zu zeigen, dass man auf die neuen Mitbewohner Rücksicht nimmt. Jeder will auch mal seine Ruhe haben. Verständnisvolle Mitbewohner sind daher immer gern gesehen.


Diese Hürden gilt es zu meistern

Deine größte Hürde: die Jury. Wenn alle Juroren anwesend sind, besteht sie aus etwa drei bis vier Leuten. Sie entscheiden über dein Schicksal – zumindest was die Wohnungssuche angeht. Vorsicht ist geboten: Sei nicht zu frech, aber auch nicht zu ruhig. Wer gut reden kann, ist klar im Vorteil. Allerdings solltest du darauf achten, vor lauter Aufregung nicht zu viel zu quasseln - quatsche deinem Gegenüber bloß keine Frikadelle ans Ohr. Hier gilt: Weniger ist mehr. Die Jury interessiert nicht, wie viele Wohngemeinschaften du schon angeschaut hast und wie anstrengend eine Wohnungssuche in deiner Stadt ist. "Herzlichen Glückwunsch, du bist im Recall." Wer die erste Runde geschafft hat, ist noch lange nicht am Ziel. Wer die Fragebogen-Hölle überstanden und seine Kreuze ins richtige Kästchen gesetzt hat, wird eventuell zurückgerufen. Gute Chancen, auch den Recall zu überleben, hat derjenige, der möglichst viele Gebrauchsgegenstände in die WG mit einbringt. Oder zum Recall spontan die Lieblingsgetränke der Jurymitglieder mitbringt. Denn: Fast jede Jury ist bestechlich!


Fazit

Angst musst du vor einem WG-Casting nicht haben. Wenn du das eine nicht schaffst oder dir die WG gar nicht gefällt, gehst du eben zum nächsten. Mach dir vor dem Casting keine Sorgen und sei einfach du selbst. Zeige das du ehrlich bist und lass dich nicht unterkriegen, sei lustig und nimm dich und die Bewohner nicht zu ernst. Aber frage dich am Ende vor allem, ob du in dieser WG wirklich wohnen willst.



[Julia Petersen]

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