Größte europäische Jugendstudie

"Generation What?"

published: 08.04.2017

Das Ergebnis der Jugendstudie zeigt: Junge Leute haben kaum Vertrauen in Medien und Institutionen (Foto: Antonio Guillem/Shutterstock.com) Das Ergebnis der Jugendstudie zeigt: Junge Leute haben kaum Vertrauen in Medien und Institutionen (Foto: Antonio Guillem/Shutterstock.com)

"Generation What?" ist eine der größten europäischen Jugendstudien, an der fast eine Million junger Leute zwischen 18 und 34 Jahren beteiligt waren. Die gesamteuropäischen Ergebnisse zeichnen das Bild einer jungen Generation, die sich Gedanken über soziale Ungleichheiten macht und gleichzeitig der Politik und anderen Institutionen nicht zutraut, gesellschaftliche Probleme zu lösen. "Generation What?" wurde von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) koordiniert und in Deutschland vom Bayerischen Rundfunk zusammen mit dem ZDF und dem SWR begleitet.
 

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Je niedriger die Bildung, desto größer ist das Misstrauen

Das Ergebnis ist deutlich: 82 Prozent der jungen Menschen in Europa haben kein Vertrauen in die Politik. In Deutschland hingegen haben lediglich 23 Prozent überhaupt kein Vertrauen in politische Akteure - im Europavergleich ist das der niedrigste Wert. Am stärksten unterscheiden sich die jungen Deutschen hier von den Griechen, bei denen 67 Prozent der Befragten angaben, absolut kein Vertrauen zu haben, gefolgt von den Franzosen mit 62 Prozent und den Italienern mit 60 Prozent. Bildungsfernere Schichten fühlen sich deutlich stärker im Stich gelassen: Während europaweit 50 Prozent der Befragten mit niedrigem Bildunsniveau der Politik völlig misstrauen, sind es bei den Hochgebildeten "nur" 41 Prozent. Aber auch andere Faktoren wie das Alter spielen bei der Einschätzung, ob der Politik zu vertrauen ist oder eben auch nicht, eine Rolle. Hier sind es bei der Altersgruppe der 18- und 19-Jährigen 37 Prozent, bei den 30- bis 34-Jährigen sind es hingegen 50 Prozent. Ein Grund für dieses Misstrauen ist vermutlich die europaweite Zunahme an sozialer Ungleichheiten. Fast neun von zehn Befragten nehmen eine stetig wachsende Ungleichheit in ihrem Heimatland wahr. Dieses Ergebnis ist kein regionales Phänomen, denn es zieht sich durch alle Teilnehmerländer. Ebenfalls eine deutliche Mehrheit ist der Meinung, dass das Finanzsystem die Welt bestimmt. In Deutschland ist die Angst vor sozialen Unruhen die am meisten verbreitete Zukunftsangst.
 

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Kaum Vertrauen in Institutionen, darunter auch die Medien

Einen schweren Stand haben aber auch Medien und religiöse Institutionen. 58 Prozent der jungen Europäer vertrauen religiösen Einrichtungen gar nicht, weitere 28 Prozent "eher nicht". In keinem einzigen der befragten Länder finden sich mehr als drei Prozent junger Menschen, die religiösen Institutionen voll vertrauen. Besonders extrem fällt das Misstrauen in der Schweiz und in Griechenland aus: Dort sagen sogar 70 Prozent der jungen Leute, dass sie überhaupt kein Vertrauen haben. Doch die Bezeichnung "Generation Nörgler" wäre nicht gerechtfertigt, denn es gibt durchaus die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen. Neun Prozent aller jungen Europäer haben hier bereits positive Erfahrungen gemacht: Die Bereitschaft, in politischen Organisationen aktiv zu werden, ist mit 44 Prozent in Deutschland mit Abstand am stärksten. Für eine Aktivität in einer NGO (nichtstaatliche Organisation) ist mit 51 Prozent die größte Bereitschaft vorhanden.
 

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EU-Austritt kommt nicht infrage

Dennoch blickt die junge Generation vorsichtig optimistisch in die Zukunft - trotz der Sorge um wachsende Ungleichheit und dem geringen Vertrauen in die Institutionen. Auch die Europäische Union wird von jungen Menschen zwar nicht als perfekt, wohl aber als nützlich für das eigenen Land wahrgenommen. So sind es vor allem die mit wirtschaftlichen Problemen konfrontierten jungen Griechen, die sich am ehesten einen Austritt des eigenen Landes aus der EU vorstellen können.
 

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[PA]

Links

"Generation What?" im Web
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