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Studie

Studienabbrecher beginnen häufig eine Ausbildung

published: 07.06.2017

43 Prozent der Studienabbrecher beginnen eine Berufsausbildung, 31 Prozent sind erwerbstätig, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) (Foto: Iakov Filimonov/Shutterstock.com) 43 Prozent der Studienabbrecher beginnen eine Berufsausbildung, 31 Prozent sind erwerbstätig, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) (Foto: Iakov Filimonov/Shutterstock.com)

29 Prozent aller Bachelorstudierenden brechen ihr Studium ab. An Universitäten liegt die Quote bei 32 Prozent, an Fachhochschulen bei 27 Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Studienabbrecher gestaltet nach Verlassen der Hochschule ihren weiteren Bildungs- oder Berufsweg erfolgreich: Ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule haben 43 Prozent von ihnen eine Berufsausbildung aufgenommen und 31 Prozent sind erwerbstätig. Dies ist ein Ergebnis einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).


"Der frühe Zeitpunkt eines Studienabbruchs und der schnelle Wechsel in eine Ausbildung weisen darauf hin, dass viele junge Menschen noch nicht genau wissen, welchen Berufsweg sie einschlagen möchten. Das zeigt, wie wichtig eine gute Berufsorientierung bereits in der Schulzeit ist, hier hat der Bund zuletzt seine Angebote massiv ausgebaut. Gleiches gilt für die gezielte Unterstützung von Studienanfängern, die dabei hilft, Studienabbrüche zu vermeiden", sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. "Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass ein Studienabbruch kein Scheitern der beruflichen Karriere bedeutet. Wichtig ist, dass alle jungen Menschen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend einen qualifizierten Berufsabschluss machen – Studium und Berufsausbildung sind dafür gleichwertige Wege."


In der DZHW-Studie wurde die Studienabbruchquote auf Basis des Absolventenjahrgangs 2014 berechnet und untersucht, welche Gründe für den Abbruch ausschlaggebend sind und wo die Abbrecher nach Verlassen der Hochschulen verbleiben. Um das Phänomen "Studienabbruch" umfassender zu durchleuchten, wurden in der Studie nicht nur die Exmatrikulierten 2014 befragt, sondern auch Fakultätsleitungen ausgewählter Fachbereiche sowie unterschiedliche Beratungseinrichtungen.


Unter denjenigen, die ein Bachelorstudium abgebrochen haben, sind laut der Befragung unbewältigte Leistungsanforderungen im Studium der häufigste Grund für den Abbruch (30 Prozent). Am zweithäufigsten (17 Prozent) wurde mangelnde Studienmotivation genannt. "Für 15 Prozent ist der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit der Hauptgrund, das geplante Studium vorzeitig zu beenden. Finanzielle Engpässe und schwierige Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Studium spielen nur eine nachrangige Rolle", erläutert Monika Jungbauer-Gans, wissenschaftliche Geschäftsführerin des DZHW, weitere Ergebnisse der Studie. Knapp die Hälfte verlässt bereits in den ersten beiden Semestern die Hochschule, weitere 29 Prozent im dritten oder vierten Semester.


Eine Teilstudie – gefördert von der Stiftung Mercator – hat ergeben, dass die Studienabbruchquote von Bildungsinländern, der einzigen bislang statistisch erfassbaren Gruppe von Studierenden mit Migrationshintergrund, mit 43 Prozent im Bachelorstudium überdurchschnittlich hoch ist. "Die Studie hat verdeutlicht, dass die Bewältigung eines Studiums für Menschen aus Zuwanderungsfamilien eine besondere Herausforderung darstellt. Erstakademiker aus Zuwanderungsfamilien sind sogar doppelt benachteiligt – durch ihren Migrationshintergrund, aber vor allem durch ihre soziale Herkunft", erläutert Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator.


Das Fundament für den erfolgreichen Abschluss des Studiums werde insbesondere bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund in den Lebensphasen gelegt, die dem Studium vorausgehen. Maßnahmen zur Förderung des Studienerfolgs dürften sich daher nicht auf die Studiensituation selbst beschränken, sondern müssten Akteure und Handlungsfelder von der Schule bis zur Hochschule berücksichtigen. So sollten beispielsweise schulische Lerninhalte und fachliche Studienanforderungen auf Landesebene besser aufeinander abgestimmt werden, so Rohe. Ein Ergebnis der Teilstudie ist, dass nicht-gymnasiale weiterführende Schulen ihrer studienvorbereitenden Rolle nicht ausreichend gerecht werden. Dies gefährdet laut Studie besonders den Studienerfolg von Studierenden mit Migrationshintergrund, da sie häufig von Berufs- oder Fachoberschulen an die Hochschule übergehen.

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