An der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen gibt es eine Neuerung: zwei Lehrstühle speziell für die Holocaust-Forschung (Foto: TZIDO SUNo/Shutterstock.com) An der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen gibt es eine Neuerung: zwei Lehrstühle speziell für die Holocaust-Forschung (Foto: TZIDO SUNo/Shutterstock.com)
Frankfurt und Gießen

Zwei Lehrstühle für Holocaust-Forschung

Über das deutsche Hochschulsystem lässt sich oft Schlechtes sagen. Umso schöner, dass es heute anders ist. Ganz anders sogar, denn: In Frankfurt am Main und Gießen wurden die ersten Lehrstühle speziell für die Holocaust-Forschung beschlossen. Dabei geht es nicht nur um die Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern auch um ein besseres Verständnis der Gegenwart. Liebes Hochschulsystem: Danke, wirklich — muss ja nicht alles immer schlechter werden.
 


Es geht um Aufarbeitung der Vergangenheit...

Dass die Holocaust-Professuren ein längst überfälliges Projekt sind, zeigt die fraktionsübergreifende Begeisterung im hessischen Landtag, der diese Neuerung freudig begrüßt. Von Daniel May, dem hochschulpolitischen Sprecher der Grünen, der die Professuren als "ein Zeugnis gelebter Erinnerungskultur" bezeichnet — bis hin zu Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), für den diese einen "Meilenstein" darstellen, sind alle happy. Vollkommen zurecht. Wer die Lehrstühle künftig innehat? An der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist dies Sybile Steinbacher, an der Justus-Liebig-Universität Gießen Sascha Feuchert.


...oder doch nur um PR?

Während die Freude um die neuen Holocaust-Professuren groß ist, der hessische Landtag sowie der Großteil der Presse jubelt, werden aber auch kritische Stimmen laut. Stimmen, die sagen, dass es gar nicht die ersten deutschen Professuren für Holocaust-Forschung seien. Stimmen, die hinter dem ganzen Wirbel auch eine gewiefte PR-Strategie der Unis sehen. Wie dem auch sei - wir freuen uns heute einfach mal und blenden die Kritik aus, auch wenn diese nicht unberechtigt ist. Manchmal muss man es einfach genießen, nur Schönes zu sagen. Passiert doch viel zu selten.
 



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Die Autorin: Jana Schütt
Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.