Schweigekloster & Co.

Semesterferien extrem

published: 24.07.2017

Hallo Semesterferien, hallo Herausforderung: Pointer hat sechs Tipps, wie du deine Ferien nutzen kannst, um dich selbst aus deiner Komfortzone zu katapultieren (Foto: Maria Savenko/Shutterstock.com) Hallo Semesterferien, hallo Herausforderung: Pointer hat sechs Tipps, wie du deine Ferien nutzen kannst, um dich selbst aus deiner Komfortzone zu katapultieren (Foto: Maria Savenko/Shutterstock.com)

Semesterferien sind immer ein wenig wie Silvester — es gilt: Dieses Mal wird alles anders! Egal ob für die Sommerferien oder das nächste Jahr, man stapelt möglichst hoch und nimmt sich so einiges vor. Dass man davon dann letztlich doch nur wenig umsetzt und die Fitnessstudio-Karte im Portmonee einstaubt, darüber müssen wir an dieser Stelle nicht reden.

Wer den Glauben an sich selbst dennoch nicht aufgegeben hat und weiterhin Ziele so hoch setzt, wie die Latte beim Olympia-Stabhochsprung, für all diejenigen ist dieser Artikel. Denn wir haben sechs Möglichkeiten für euch parat, wie diese Semesterferien die extremsten eures Studiums werden können. Denn, ja: Dieses Mal wird alles anders! Vergesst Stadtpark, den Tag am Meer und Filmabende — diese Semesterferien werden euch alles abverlangen. Egal ob Schweigekloster, Jakobsweg oder völliger Konsumverzicht: Nach diesen Ferien habt ihr allen Grund, auf euch anzustoßen. Wie an Silvester halt.
 


1. Schweigekloster

Streit mit den Mitbewohnern, Vorträge in der Uni, Telefonate mit den Eltern — es reicht! Überall im Alltag sind wir von Geräuschen, Medien und anderen Ablenkungen umgeben. Diese Semesterferien ist Schluss damit: Ab ins Schweigekloster! Hier gilt, sich von allen äußeren Einflüssen zu entfernen und nur eine Stimme wahrzunehmen: die eigene, innere. Fernab von Stress, Hörsaal, iPad und Alltagsproblemen bietet in Deutschland knapp jedes zehnte Kloster nicht nur religiösen Menschen einen Ort, um zu entspannen und zu entschleunigen. "Klosterurlaub" nennt sich das und erfreut sich immer größerer Beliebtheit innerhalb unserer digitalisierten, hektischen Gesellschaft. Vor Sonnenaufgang aufstehen, Meditation, auf dem Klostergelände arbeiten, schlafen — klar, ein Vier-Sterne-Urlaub sieht anders aus, fordert einen aber auch nicht.

Eine interaktive Deutschlandkarte mit zahlreichen Klöstern findest du hier — je nach Präferenz kannst du dir dort das passende Kloster raussuchen. Aber beachten solltest du unbedingt, dass es verschiedene Arten von Klöstern gibt — wer explizit nach einem Schweigekloster sucht, sollte nach Karthäuser-Klöstern Ausschau halten.
 


2. Urlaub mit den Großeltern

Ein größeres Kontrastprogramm zum Schweigekloster gibt es wohl kaum als Urlaub mit Oma und Opa. Gemeinsam zwei Wochen an die See fahren, Kreuzfahrt machen oder Pauschalurlaub auf Kreta. Wann hat man zuletzt so viel Zeit mit den Großeltern verbracht? Und vor allem: Wie lange kann man noch so viel Zeit mit den Großeltern verbringen? Also: Gebiss, Badehose und Rommé-Karten eingepackt, es geht in den Urlaub. Dass dabei Generationen, Ansichten und Lebensmodelle aufeinandertreffen, ist vorprogrammiert. Es wird eine intensive Zeit, eine harte Zeit, aber auch eine verdammt lehrreiche und zusammenschweißende Zeit. Und letztlich freuen sich Oma und Opa riesig darüber, mal nicht eine Postkarte von dir aus dem Urlaub zu bekommen, sondern selbst welche mit dir zu schreiben.
 


3. Konsumverzicht

Tschüss, H&M & Co. — in den Semesterferien heißt es: Selbstexperiment Konsumverzicht. Keine neue Kleidung, Möbel und Bücher oder Games. Wie weit du mit dem Konsumverzicht gehen willst, ist ganz deine Entscheidung — Hauptsache ist, dass du deine bisherigen Gewohnheiten hinterfragst und dir selbst neue Herausforderungen stellst. Indem du nichts Neues kaufst, weißt du deine bisherigen Schätze mehr zu würdigen. Ob du das Experiment auch auf die Freizeit ausdehnst und kein Geld für Kino sowie Club ausgeben willst, bleibt dir überlassen. Möglich ist auch der Versuch, auf Plastikmüll zu verzichten — sogenanntes Plastikfasten — und z.B. nur loses Obst und Gemüse zu kaufen. Wer seinen Semesterferien noch eine zusätzliche Herausforderung geben möchte, kann auch eine Budget-Grenze einbauen: Pro Tag 5 Euro — mehr darf nicht ausgegeben werden. Da kann man dann wirklich nur das Nötigste kaufen und weiß am Ende der Ferien zu schätzen, in welchem Luxus man den Rest des Jahres lebt. Ein Versuch ist es wert, nicht?
 


4. Jakobsweg wandern

"Wandern? WTF", werden jetzt die meisten denken. Ist das nicht die Fortbewegung schlechthin, gegen die man sich als Kind am stärksten wehrte? Die hippen Chucks freiwillig gegen Wanderschuhe tauschen? Never. Diese Semesterferien sollten wir das Experiment allerdings mal wagen, sind wir schließlich mittlerweile älter und wissen, dass auch Wanderschuhe hipstermäßig aussehen können. Also rein in die sportlichen Klamotten und rauf auf den Jakobsweg — kilometerweit laufen und dabei statt Sorgen mal Gedanken machen. Frische Luft, Sonne, Regen, Einsamkeit: Der Jakobsweg gilt als Art Katharsis; als Möglichkeit und Herausforderung, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Macht man im Alltag ja doch viel zu wenig. Schließlich gibt es dort Netflix & Co..


 
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Klar, das wochenlange Wandern wird eine echte Herausforderung werden, die nicht nur an den Kräften, sondern auch an den Nerven zehrt. Aber, hey, es lohnt sich, weiß selbst Hape Kerkeling. Was es alles zu beachten gibt — von der richtigen Route über den Pilgerpass bis hin zur mentalen Vorbereitung — das findest du hier aufgelistet.

Mein Jakobsweg 2016 Camino Portugues Teil 1 Folge mir auf Instagram: Vincentguntrum Wer muss alles abschalten aber so richtig?! Das war mein Plan mit dem Jakobsweg Porto (Portugal) - Santiago de Campostella (Spanien). 230 km im Mai 2016. Ic Mein Jakobsweg 2016 Camino Portugues Teil 1

Mein Jakobsweg 2016 Camino Portugues Teil 1


5. Vegan ernähren

Das Leben auf dem Campus hat Pause — und damit auch das Mittagessen in der Mensa. Fernab von Currywurst und Schnitzel zu Dumpingpreisen hat man nun Zeit, sich mal ernsthaft Gedanken um seine Ernährung zu machen. Kann man den Kaffe morgens auch mit Sojamilch trinken, und tut es vielleicht auch Sorbet statt Milcheis? Die Semesterferien sind der ideale Zeitpunkt, das Experiment "Vegane Ernährung" auszuprobieren und sich selbst zu challengen. Ob man dann zum Winterfestester wieder zu Currywurst und Kuhmilch greift, wird sich zeigen. Wer die Herausforderung wagen will, findet hier einige nützliche Tipps zum Einsteig ins vegane Leben sowie hier den interessanten Erfahrungsbericht "59 Dinge die passiert sind, seit ich vegan lebe.“ Schau dir doch zudem mal unseren Rezepte-Finder für veganen Mahlzeiten an.
 


6. Die "Phoferien"

Das war dir alles noch nicht extrem genug? Großeltern, Verzicht auf Milch sowie Konsum und ein bisschen Schweigen — pah, das machst du mit links? Na dann gehen wir einen Schritt weiter: Wovor hast du so richtig Angst? Spinnen, Höhe, geschlossenen Räumen oder Autofahren? Kombiniere deine Ferien und deine Phobie(n) und nutze die "Phoferien" dazu, dich endgültig deinen Ängsten zu stellen. Tu endlich, was du dich noch nie getraut hast und sei danach verdammt stolz auf dich. Sprich: Mach einen Intensivkurs in der Fahrschule, wage dich in schwindelerregende Höhen oder stell dich deiner Nervosität, vor Leuten zu reden, indem du dich beim Poetry Slam anmeldest. Diese Semesterferien wirst du auf jeden Fall in Erinnerung behalten!
 


Ob es nun die extremsten Ferien deines Studiums werden oder es letztlich doch bei Netflix, Stadtpark und der Lieblingsbar bleibt — wir wünschen allen Studis wunderbare und unvergessliche Semesterferien. Ihr habt sie euch verdient!

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Zum Artikel "Tipps zum Einstieg ins vegane Leben“ auf peta.de
Zum Artikel "59 Dinge die passiert sind, seit ich vegan lebe“
Zum Pointer Rezepte-Finder
Zum Artikel "Plastikfasten: 40 Tage ohne Plastik"
Zur interaktiven Kloster-Karte auf orden.de
Weitere Infos zum Klosterurlaub auf kloster-auf-zeit.de
Zum Artikel "Die 16 wichtigsten Tipps für den Jakobsweg" auf travelbook.de
Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" auf amazon.de

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