Leistungs-Gesellschaft

Stress im Studium

published: 11.08.2017

Eine neue Studie bestätigt: Viele Studierende haben eine lange Woche mit viel Stress (Foto: vmaslova/shutterstock.com) Eine neue Studie bestätigt: Viele Studierende haben eine lange Woche mit viel Stress (Foto: vmaslova/shutterstock.com)

Nein, Studierende sind nicht faul. Wer das heutzutage behauptet, liegt falsch. Die jungen Erwachsenen sind nicht mit Partys und Freizeit beschäftigt, sondern investieren die meiste Zeit ihres studentischen Daseins in ihr Studium. Mit einem großen Ziel: sich beruflich zu etablieren. Eine neue Studie der univativ-Gruppe bestätigt dies. 1400 Teilnehmer der Untersuchung wurden dazu befragt, wie viel Zeit sie für Studium, Nebenjobs, Praktika und Co. aufbringen. Die Ergebnisse der Studie "unicensus kompakt" zeigen deutlich: Studierende sind busy. Jeder fünfte Student fühlt sich sogar überfordert.


Ergebnisse der Studie

72 Prozent der Befragten investieren mehr als 20 Stunden pro Woche in ihr Studium. Davon verbringen 35 Prozent 20 bis 30 Stunden lernend. 27 Prozent studieren 31 bis 40 Stunden in der Woche. Zehn Prozent bringen für ihr Studium sogar mehr als 40 Stunden pro Woche auf. 20 Prozent der Befragten verbringen wöchentlich weniger als 20 Stunden mit ihrem Studium.


Klar wird auch: Es gibt Unterschiede zwischen den Fachrichtungen und der Höhe des Abschlusses. Während 74 Prozent der Promovierenden mehr als 30 Stunden die Woche in der oder für die Uni aufbringen, sind es bei Bachelorstudis "nur" 36 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Jura- und Medizinstudierenden verbringen über 30 Stunden pro Woche studierend. Bei den Geistes- und Wirtschaftswissenschaftlern sind es lediglich halb so viele, die diese Zeit aufbringen.

Neben dem Studium arbeiten gut Dreiviertel der Befragten, die Hälfte hiervon elf bis 20 Stunden wöchentlich. 17 Prozent engagieren sich im Durchschnitt viereinhalb Stunden ehrenamtlich. Familiären Verpflichtungen kommen rund 15 Prozent der Studierenden mit einem wöchentlichen Zeitaufwand von circa neun Stunden nach. Weniger als 4 Prozent gehen parallel einem Praktikum nach.


Die Balance finden

Entscheidend ist, dass ungefähr jeder Fünfte überlastet ist. Das sind 18 Prozent. Als unterfordert bezeichnen sich dagegen knapp zehn Prozent. Es ist demnach die große Kunst, die Balance zu finden. Das Studium hat für die meisten Studierenden die höchste Priorität, wie die Studie belegt. Doch das Studium will finanziert werden. Ein Nebenjob ist für viele unabdingbar. Oft reichen den Unternehmen gute Noten nicht. Sie wünschen sich auch Berufserfahrungen. Praktika sind häufig unbezahlt. Hobbys und Freizeitgestaltung werden angesichts dieser Anforderungen oft zur Nebensache. Studierende müssen heute leistungsfähig sein. Planung und strategisches Lernen sind von großer Bedeutung. Und es wird Zeit, dass die Vorurteile der Gesellschaft verstummen. Denn Studenten gehen nicht nur feiern oder starren Löcher in die Luft.


Über die Studie

Bei der Studie "unicensus kompakt" handelt es sich um eine Blitzumfrage des Personaldienstleisters univativ-Gruppe aus Darmstadt. Befragt wurden im Rahmen verschiedener Untersuchungen mehr als 1400 Studendten in regelmäßigen Abständen zu Studium, Job und Berufserfahrung.

[Tara Bellut]

Links

Mehr Infos zu "unicensus kompakt"
uniativ GmbH & Co KG im Web

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