Uni Wien

Doppelte Studienbeiträge für Nicht-EU-Studis

published: 16.09.2017

Die Herkunft bestimmt die Bildung: An der Uni Wien müssen Drittstaatenangehörige künftig doppelte Studienbeiträge zahlen (Foto: Mckyartstudio/Shutterstock.com) Die Herkunft bestimmt die Bildung: An der Uni Wien müssen Drittstaatenangehörige künftig doppelte Studienbeiträge zahlen (Foto: Mckyartstudio/Shutterstock.com)

An der Universität Wien gibt es Streit — Grund dafür ist die Entscheidung der Hochschule, zum Sommersemester 2018 die Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger zu verdoppeln. Bisher mussten Studis aus bestimmten, vor allem krisenreichen Ländern nur den einfachen Betrag von rund 363 Euro pro Semester zahlen. Diese Kulanz ist nun Geschichte — und darüber regt sich vor allem die Hochschülerschaft der Uni Wien auf. Sie fragt laut: Sollte Bildung nicht unabhängig vom Herkunftsland für alle gleichermaßen zugänglich sein?
 

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Wenn die Herkunft über die Gebühren entscheidet

Sag uns, woher du kommst, und wir sagen dir, wie teuer dein Studium wird. So in etwa könnte man zusammenfassen, was momentan an der Uni Wien geschieht. Bereits seit dem Sommersemester 2013 gilt, dass nicht-berufstätige Langzeitstudierende ca. 364 Euro pro Semester an Studienbeiträgen zahlen müssen und Nicht-EU-Bürger den doppelten Betrag von ca. 727 Euro. Ausgenommen von dieser Doppelzahlung waren bisher jedoch Studis aus bestimmten Nicht-EU-Ländern wie dem Irak, Iran, Indien, Mazedonien, Syrien sowie Bosnien-Herzegowina. Dies war eine Sonderlösung — eine von der Uni freiwillig eingeräumte Kulanz gegenüber jungen Menschen aus Krisengebieten, um diesen den Zugang zu einem Studium zu erleichtern. An allen anderen österreichischen Unis galt diese Ausnahme nicht.

Mit dieser Kulanz ist nun zum Sommersemester 2018 Schluss, gab die Uni bekannt. Ab dann müssen auch Studis aus diesen krisenbelasteten Ländern doppelte Studienbeiträge zahlen. Ausgenommen sind jene, die bereits immatrikuliert sind und Studienleistungen vorweisen können, sowie Studis aus Entwicklungsländern und solche, die EU-Bürgern gleichgestellt sind — also z.B. Personen, die seit fünf Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, Konventionsflüchtlinge, subsidär Schutzsuchende sowie Asylbewerber.


 
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Protest der Hochschülerschaft

Diese Abschaffung der Kulanzlösung für Drittstaatenangehörige, also Personen ohne Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaats, wird von der Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien (ÖH Uni Wien) massiv kritisiert. Sie fordert, dass sich die Kosten für ein Studium nicht daran bemessen sollen, in welchem Land eine Person geboren wurde, und es stattdessen einer einheitlichen Regelung bedarf. Die Erhöhung der Gebühren für ausländische Studis erschwere es diesen jungen Menschen, ein Studium aufzunehmen und sich damit ein neues Leben in Österreich aufbauen zu können. Im Idealfall, so fordert die ÖH Uni Wien, sollten die Studiengebühren für alle entfallen.

Die Uni Wien begründet die Entscheidung vor allem damit, dass es durch die bisherige Sonderregelung zu deutlich mehr administrativen Aufwand gekommen sei und man durch die Vereinheitlichung nun mehr Klarheit schaffe, indem man sich an die einheitliche österreichische Regelung anpasse und mit allen anderen Unis gleichziehe. Eine Begründung, die die aufgebrachte ÖH Uni Wien wohl kaum besänftigen dürfte.
 

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Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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