Reisen

Verbotene Souvenirs

published: 14.10.2017

Was darf bei der Rückreise in deinem Koffer sein - und was nicht? (Foto: Joyseulay/Shutterstock.com) Was darf bei der Rückreise in deinem Koffer sein - und was nicht? (Foto: Joyseulay/Shutterstock.com)

Auch wenn es die beste Reise deines Lebens war: Sie geht zu Ende. Um die geplanten Erzählungen über deinen aufregenden Trip zu untermauern, suchst du noch die richtigen Andenken. Du brauchst Geschenke und Erinnerungen, die zeigen: An diesen exotischen Orten war ich. Aber Vorsicht: Wenn etwas Falsches in deinem Koffer steckt, kann das nicht nur teuer werden, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Welche Souvenirs sind verboten?


Das wurde 1973 international festgelegt. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES bestimmt, welche Erinnerungen mitgeführt werden dürfen. Es dient dem Schutz von verschiedenen Pflanzen- und Tierarten. Manche Mitbringsel sind prinzipiell verboten, für viele Souvenirs gibt es die Möglichkeit, eine Einführungsgenehmigung zu beantragen.

Fell, Flosse und Co.

Um vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen, werden folgende Dinge unter keinen Umständen in deinem Koffer geduldet: Wildkatzenfelle, Shastoosh-Wolle (hierfür wird die geschützte Tibetantilope getötet) und Bestandteile von Wölfen, Braunbären und Ottern. Lebende Tiere wie Menschenaffen und viele weitere Affenarten, Wildkatzen, Greifvögel und einige Papageienarten dürfen auch auf keinen Fall in ein anderes Land überführt werden. Das gleiche gilt für Schnitzereien aus Walknochen und Zähnen oder Hörnern und Stoßzähnen von Elefanten und Nashörnern. Schmuck und Deko aus Meeresschildkröten ist genauso illegal wie das Mitführen von lebendigen Exemplaren. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, dem droht nicht nur eine saftige Geldbuße, sondern auch ein Verfahren. In krassen Fällen kommt es sogar zu Gefängnisstrafen.


Für viele fragliche Souvenirs kann man eine Einführungsgenehmigung einholen. In Deutschland ist das Bundesamt für Naturschutz der zuständige Ansprechpartner. Im Ausland ist ebenso eine Behörde verantwortlich. Dort ist eine Ausführungsgenehmigung zu beantragen. Wer beides erhält, dürfte Fellen von Schwarz- und Eisbären, Zebras, Robben und manchen Antilopen-Arten einführen. Auch das Mitbringen von seltenen Wollen, Reptilienhäuten und manchen Affenarten oder andere Tieren kann möglich sein. Auch die Einfuhr von in Alkohol eingelegten Tieren, Federn von Wildvögeln oder Schlüsselanhängern mit lebendig eingeschweißten Tieren oder eingegossenen Tieren kann genehmigt werden. Ehrlich gesagt, ist so etwas aber weder ein schönes Mitbringsel, noch ein exotisches Andenken, sondern ziemlich eklig.


Muscheln, Blumen und anderer Firlefanz

Vermutlich hast du nicht geplant, dir einen Eisbärkopf als Dekoration in dein Wohnzimmer zu hängen, nur weil du in Grönland warst. Generell ist das Mitbringen von Pflanzen, Fake-Markenartikeln und Krims-Krams aus Holz und Stein weiter verbreitet. Auch hier gilt: Vorsicht! Schwer verboten sind beispielsweise Rio-Palisander und Mahagoni, für andere Palisander-, Vubinga- und weitere Ebenholzarten kann man jedoch eine Genehmigung kriegen. Die Ämter können auch die Mitnahme von Pflanzenarten wie Orchideen und Kakteen gestatten. Aloe Vera ist als einzige Aloe frei zur Mitnahme. Viele Muscheln und Korallen unterliegen dem Artenschutzabkommen. Vor allem ist die Mitnahme auf karibischen Ländern untersagt. Auch in Thailand und Vietnam kann das zu großen Problemen führen. Innerhalb von Europa sollte das Mitnehmen nicht zu größerem Stress führen. Jedoch ist auch in Europa die Mitnahme von Muscheln und Sand an vielen Stränden und in anderen Gebieten untersagt - so zum Beispiel in Italien. Bei der Mitnahme von Steinen ist zudem Achtsamkeit zu empfehlen: Diese können aus seltenen Rohstoffen bestehen, ein geschütztes Naturgut oder sogar radioaktiv sein. Am besten erkundigst du dich vorher auf der Internetseite des Auswärtigen Amts, ob eine Mitnahme deines gewünschten Souvenir gestattet ist.


Sogar bei manchen Kulturgütern empfiehlt sich eine gewisse Vorsicht. Bücher, Bilder und Zeichnungen, seltene Mineralien und Antiquitäten können dir noch am Flughafen des fremden Landes weggenommen werden. In vielen Ländern ist der Erwerb von gefälschten Markensachen möglich. Bis zur Reisefreigrenze von 430 Euro kannst du dich mit solchen Brille, Shirts und Co. eindecken. Darüber hinaus musst du mit Problemen rechnen. Fakt ist, dass die Zoll-Beamten Fake-Artikel meist schon auf den ersten Blick erkennen. Wenn du also mit einem gefälschten Gucci-Pullover aus dem Flugzeug steigst, werden die Beamten dich dich und deinen Koffer mit höherer Wahrscheinlichkeit direkt zur Seite winken.

Was kann man denn nun unbedenklich mitnehmen? Keine Probleme hat man beim Einführen von Dekoration aus Kokosnussschalen, Töpferwaren, Seidenstoffen, traditionellen Handwerksprodukten und Holzschnitzereien. Das Gleiche gilt für Schmuck aus Glas und Steinen wie auch Flechtarbeiten. Man unterstützt mit dem Kauf eines solchen Souvenirs sogar den lokalen Markt. Falls du jedoch etwas ganz Spezielles vor Augen hast, erkundige dich am besten rechtzeitig auf der Internetseite des Bundesamts für Naturschutz. Ansonsten viel Spaß beim Erzählen und beim Schwelgen in Urlaubserinnerungen!



[Tara Bellut]

Links

Das Bundesamt für Naturschutz (bfn) im Web

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