Masterarbeit ausgezeichnet

Studis planen Unterkünfte für Geflüchtete

published: 21.09.2017

Wie können Unterkünfte für Geflüchtete besser gestaltet werden? Zwei Architekturstudenten haben sich in ihrer Masterarbeit damit beschäftigt (Foto: qoppi/Shutterstock.com) Wie können Unterkünfte für Geflüchtete besser gestaltet werden? Zwei Architekturstudenten haben sich in ihrer Masterarbeit damit beschäftigt (Foto: qoppi/Shutterstock.com)

Zwei Architekturstudenten, eine Idee: Bessere Unterkünfte für Geflüchtete in Düsseldorf, die zudem die Integration erleichtern. Dieses Vorhaben machten die beiden zum Thema ihrer Masterarbeit und wurden dafür nicht nur mit einem Abschluss belohnt – sondern zudem mit einer Auszeichnung vom Institut für Internationale Kommunikation (IIK). Damit nicht genug: Aus der Masterarbeit ist mittlerweile eine richtige Forschungsarbeit in Kooperation mit der Stadt Düsseldorf entstanden. Doch wie sollen die Unterkünfte für Geflüchtete konkret aussehen?

Alles begann vor zwei Jahren

Im Jahr 2015 stand Düsseldorf vor einer großen Herausforderung: Der Unterbringung zahlreicher geflüchteter Menschen und Asylbewerber. Als Übergangslösung wurden dazu Container und Leichtbauhallen genutzt. Ein Zustand, den die beiden Architekturstudis Marc Maylahn und Dominik Schlebes bei einer Besichtigung der Gebäude vor allem als eines empfanden: nicht akzeptabel. Zu zweckmäßig, zu kühl, zu unpersönlich. Also machten sie sich daran, realistische Umgestaltungslösungen zu finden – mit Erfolg. Es entstand eine Masterarbeit, die vier beispielhaft entworfene Unterkünfte enthielt.


 
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Wie sollen die Unterkünfte aussehen?

Das Konzept ist so simpel wie überzeugend: Die Zimmer sollen nur noch zwei statt bis zu sechs Betten enthalten und durch Magnetwände die Möglichkeit bieten, Fotos und Andenken aufzuhängen, um die Unterkunft persönlich zu gestalten. Damit es noch wohnlicher wird, sollen keine kühlen Materialien verwendet werden. Gemeinschaftsräume sowie Innenhöfe sollen dazu beitragen, dass sich die Geflüchteten besser kennenlernen und auch draußen Zeit verbringen können.

Und die Studis haben noch weitergedacht: Zusätzliche Werkstätten und Arbeitsflächen sollen die Geflüchteten mit anderen Stadtbewohnern in Kontakt bringen und ein isoliertes Wohnen verhindern. Dazu trägt auch die grundsätzliche Konzeption der Unterkünfte bei: Sie wurden so entworfen, dass sie sich in vorhandene Baulücken in Düsseldorf einfügen lassen. Damit werden nicht nur die Unterkünfte in das Stadtbild und -leben integriert, sondern auch die Geflüchteten selbst. So wollen die Studis den typischen Containerdörfern und der oftmals abgeschiedenen Unterbringung von Geflüchteten weit außerhalb der Stadtzentren ein Ende machen.


Entscheidungen bis Ende des Jahres

Obwohl die Masterarbeit längst abgegeben und Marc sowie Dominik schon fertig studiert haben, ist das Baukonzept noch aktuell: Nicht nur, weil es nun auch vom Institut für Internationale Kommunikation (IIK) ausgzeichnet wurde, sondern vor allem deshalb, weil aus der theoretischen Arbeit mittlerweile eine handfeste Forschungsarbeit mit dem Titel "Arrival City" in Kooperation mit der Stadt Düsseldorf geworden ist. Chapeau! Unter Leitung von Miriam Koch, der ersten Flüchtlingsbeauftragten Düsseldorfs, soll bis Ende dieses Jahres kalkuliert werden, inwiefern die Pläne der beiden ehemaligen Studis und neuerdings Preisträger tatsächlich umgesetzt werden können. Ja, manchmal bedeutet ein Studium wirklich mehr als trockene Theorie und Credit Points – manchmal kann es wirklich etwas verändern.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Das Institut für Internationale Kommunikation (IIK) im Web

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