Schummeln auf einem neuen Level: Ein Studi in den USA hackte den PC seiner Dozentin. Nun drohen ihm zehn Jahre Haft (Foto: PORTRAIT IMAGES ASIA BY NONWARIT/Shutterstock.com) Schummeln auf einem neuen Level: Ein Studi in den USA hackte den PC seiner Dozentin. Nun drohen ihm zehn Jahre Haft (Foto: PORTRAIT IMAGES ASIA BY NONWARIT/Shutterstock.com)
FBI ermittelt

Studi hackt Computer von Dozentin

Wer hat nicht schon einmal bei einer Klausur geschummelt, beim Kommilitonen abgeguckt oder auf der Toilette auf die Notizen in der Hosentasche geschielt? Richtig: niemand. Der ganze Stress und Druck, der auf Studis lastet, erfordert es eben manchmal, nicht ganz anständige Wege zu gehen. Reden wir uns zumindest ein. Doch an der University of Iowa hat ein Student das Schummel-Business auf die Spitze getrieben: Der 22-jährige Wrestler Trevor G. hackte offenbar den Computer seiner Dozentin und verbesserte über 90-mal seine eingetragenen Noten. Was nach einem genialen Plan klingt, hat Konsequenzen — und die sind weitaus schlimmer, als einfach nur beim Spicken erwischt zu werden.
 


Über 90 Manipulationen

Alles begann wie in einem Hollywood-Movie: Berichten amerikanischer Medien zufolge, u.a. von "The Daily Iowan", besorgte G. sich sogenannte Keyloggers, mit denen er heimlich den Computer seiner Dozentin hackte. Damit konnte er alles verfolgen, was auf ihrem PC geschah: Passworteingaben, angefertigte Klausuren und das Eintragen von Noten. Und diese Chance nutze er: Laut Angaben der Polizei soll er sich von März 2015 bis Dezember 2016 mehr als 90-mal illegal eingeloggt und Noten verbessert haben. Doch auch seinen Komilitonen half der 22-Jährige: Bei mindestens fünf weiteren Studierenden soll G. Noten manipuliert haben und zudem auch noch Kopien von anstehenden Klausuren verteilt haben.

Doch wie in jedem Film tritt auch hier einen Wendepunkt ein: Die Dozentin entdeckte den Betrug. Das FBI wurde eingeschaltet und durchsuchte G.s Wohnung. Dort fanden sie Keylogger sowie weitere Beweise — Grund genug, G. festzunehmen. Der ist mittlerweile zwar auf Kaution frei, doch ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Man könnte die Geschichte nun damit abschließen, wie leicht- und blödsinnig diese Hacking-Aktion war. Man könnte sich aber auch Gedanken darum machen, unter welchem Leistungsdruck und Stress Studis stehen, dass sie keinen anderen Ausweg sehen, als zu solch rigorosen Mitteln zu greifen. Ein offenes Ende — wie in manch gutem Hollywood-Film.
 

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