Texas State University

US-Uni verbietet Studenten-Verbindungen

published: 21.11.2017

Die Präsidentin der Texas State University hat nach einem tragischen Todesfall vorerst alle Studentenverbindungen verboten (Foto: grebeshkovmaxim/Shutterstock.com) Die Präsidentin der Texas State University hat nach einem tragischen Todesfall vorerst alle Studentenverbindungen verboten (Foto: grebeshkovmaxim/Shutterstock.com)

Studentenverbindungen haben in den USA schon seit Ewigkeiten Tradition — in den Medien hört man über sie allerdings selten Gutes. Geschichten über Partyexzesse wechseln mit solchen über gefährliche oder erniedrigende Aufnahmerituale. So auch kürzlich, wie die "New York Times" berichtete: Am Montag, den 13. November, wurde der 20-jährige Student Matthew Ellis der Texas State University tot aufgefunden — einen Tag, nachdem er an einem Treffen der Studentenverbindung Phi Kappa Psi teilgenommen hatte.


Die vermutete Todesursache, eine Überdosis Alkohol, ist bisher nicht eindeutig geklärt — die toxikologischen Untersuchungen könnten bis zu zwei Monate andauern, gab die Polizei in San Marcos bei einer Pressekonferenz bekannt. Die Texas State University zog bereits jetzt Konsequenzen: Uni-Präsidentin Denise M. Trauth gab in einem Statement bis auf weiteres das Verbot für alle Bruderschaften bekannt, Aufnahmerituale sowie alle anderen Veranstaltungen abzuhalten. Bruderschaften dürfen erst dann wieder eingeführt werden, wenn nach einer Überprüfung die Schlussfolgerung erreicht werde, dass diese mit den Grundwerten des Staates Texas übereinstimmten.

Weitere Todesfälle

Die tragische Geschichte von Matthew Ellis ist leider kein Einzelfall: Erst Anfang November starb ein junger Student in Florida nach einer Veranstaltung der Bruderschaft Pi Kappa Phi — hier reagierte die Uni ebenfalls mit dem Verbot der Studentenverbindungen. Auch an der Louisiana State University starb ein 18-Jähriger an den Folgen einer Alkoholvergiftung, nachdem er an einem Aufnahmeritual einer Bruderschaft teilgenommen hatte.

In Pennsylvania ereignete sich Ähnliches: Nach einer Party der dortigen Studentenverbindung Beta Theta Pi starb an 19-Jähriger, in dessen Blut ein extrem hoher Promillewert nachgewiesen wurde. Von dem 19-Jährigen soll an dem besagten Abend zudem ein Video aufgenommen worden sein, wie er betrunken mehrmals eine Treppe hinunterfiel und dabei tödliche Schädelverletzungen erlitt.



Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Zum Artikel der "New York Times"
Die Texas State University im Web
Statement von Präsidentin der Texas State University: "Texas State University suspends Greek Chapters"
Die Louisiana State University im Web

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