Londoner Uni

Nazi-Flagge als Kunstaktion?

published: 27.11.2017

Die University of Arts in London war nicht glücklich über den Fall eines Kunststudenten, der Nazibanner aufhängte (Foto: christo mitkov christov / Shutterstock.com) Die University of Arts in London war nicht glücklich über den Fall eines Kunststudenten, der Nazibanner aufhängte (Foto: christo mitkov christov / Shutterstock.com)

Hat Kunstfreiheit ihre Grenzen? Die Londoner Kunst- und Designhochschule Central Saint Martins College of Art and Design, die zur University of the Arts London, gehört, ist sich sicher: Ja, hat sie. Im Rahmen einer Kunstaktion an der Uni hängt einer der Studenten für eine Installation zum Thema "Verbote“ ein riesiges Banner auf, auf dem nicht weniger als drei Hakenkreuze vor rotem Hintergrund zu sehen waren, wie die Zeitung "The Jewish Chronicle" berichtete.

Die Empörung war entsprechend groß — vor allem an der Uni selbst. Die Studierenden waren angesichts des Banners geschockt, denn es war keine Verbindung zu irgendeiner Installation erkennbar. Man erblickte einfach nur die von der Decke hängenden, gigantischen Hakenkreuze. Jeremy Till, Leiter des Colleges, entschuldigte sich öffentlich für die Aktion und machte deutlich, dass der Student keine Erlaubnis für die Aufhängung des Banners hatte — es sei ihm sogar ausdrücklich verboten wurden.

Nachdem die Hochschule die unerlaubte Aktion entdeckte, wurde das Banner sofort abgehängt — unter tosendem Applaus der Studis. Der Fall wird nun weiter untersucht, denn, so Till, an seiner Uni solle ein Klima herrschen, an dem sich jeder Studi wohlfühlt und gerne studiert. Denn, ja: Kunstfreiheit hat ihre Grenzen — Respekt allerdings nicht.
 

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Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Central Saint Martins College of Art and Design im Web
"The Jewish Chronicle" im Web

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