Studie des Leibniz-Instituts

Stress beeinträchtigt das Immunsystem von Studierenden

published: 29.11.2017

Am Immunsystem geht Prüfungsstress nicht wirkungslos vorbei (Foto: Kamira /Shutterstock) Am Immunsystem geht Prüfungsstress nicht wirkungslos vorbei (Foto: Kamira /Shutterstock)

Prüfungsstress gehört für viele Studis gerade gegen Ende eines Semesters zum Alltag. Diese besondere Art von Stress ist eine Mischung aus chronischen und akuten Stress-Elementen - sei es die Phase kurz vor der Prüfung oder das Warten auf die Ergebnisse. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund haben nun untersucht, wie sich Prüfungsstress auf das Immunsystem auswirkt.

Für die Studie wurden 20 Psychologie-Studierende durch eine Klausurphase begleitet. In einem Zeitraum von acht Wochen nahmen die Wissenschaftler jeweils fünfmal Blut- und Speichelproben von den Probanden, um die Konzentration der Immunzellen zu bestimmen. Die erste Untersuchung fand vor dem Lernstart statt, die zweite wurde etwa anderthalb Wochen vor dem Klausurtermin durchgeführt, die dritte und vierte standen unmittelbar vor sowie nach der Prüfung an und die fünfte fand eine Woche nach der Prüfungsphase statt. Vor der Untersuchung mussten die Probanden außerdem noch einen Fragebogen ausfüllen. Dabei wurden vor allem nach psychischen Probleme wie Depression oder Burnout gefragt. Damit wollten die Wissenschaftler zusätzlich erforschen, ob das Immunsystem in einer Stresssituation für Menschen, die schon zuvor psychisch angeschlagen waren, anders reagiert.
 

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Die Ergebnisse zeigen, dass bei psychisch grundsätzlich stabilen Studierenden die Anzahl der Abwehrzellen im Blut im Verlauf der Prüfungsphase deutlich abnahm. Dies betraf besonders Natürliche Killerzellen und Monozyten – Zellen des angeborenen Immunsystems, die für frühe Immunantworten gegen Infektionen besonders wichtig sind. Zudem stieg die Anzahl von unreifen Zellen im Blut, während die Anzahl der reifen Zellen sank. Die Forscher erklären dieses Phänomen damit, dass die reifen Zellen vermutlich ins Gewebe gewandert sind. So könne sich der Körper angesichts der drohenden Stresssituation bereits auf Infektionen oder Verletzungen vorbereiten - die Reaktion des Körpers ist also evolutionsbedingt.
 

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Bei Personen, die schon vor der Untersuchung psychisch belastet waren, wiesen die Ergebnisse etwas anderes auf. Im Vergleich zu den anderen Probanden hatten sie bereits zu Beginn deutlich weniger Immunzellen im Blut. Anzahl und Verhältnis dieser Zellen veränderten sich auch während der Prüfungsphase nicht wesentlich. Daraus schlossen die Forscher, dass ihr Körper bereits soweit geschwächt war, dass er nicht mehr angemessen auf eine Stresssituation reagieren konnte.
 

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[PA]

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Hier kannst du die Studie nachlesen

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