Urteil des Bundes-Verfassungsgerichts

Studienplatz­vergabe für Medizin zum Teil verfassungs­widrig

published: 19.12.2017

Die Studienplätze in Medizin müssen künftig anders vergeben werden (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com) Die Studienplätze in Medizin müssen künftig anders vergeben werden (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock.com)

Wer Arzt werden will, braucht ein Einser-Abitur oder gaaanz viel Geduld. Denn das Medizinstudium ist begehrt: Auf einen Studienplatz kommen inzwischen fünf bis sechs Bewerber. Deshalb herrschen für dieses Fach strenge Zulassungsbeschränkungen in Form des Numerus Clausus (NC).

Die durchschnittliche Wartezeit auf ein Humanmedizinstudium ist mit bis zu 15 Semestern zurzeit höher als die Regelstudienzeit des Studiengangs. Ist das noch verfassungskonform? Das Bundesverfassungsgericht fand: nein. Jetzt müssen Bund und Länder bis Ende 2019 die Auswahlkriterien neben der Abiturnote neu regeln. Um die Chancengleichheit zu wahren, müssen in Zukunft Eignungsgespräche an Universitäten bundesweit in "standardisierter und strukturierte Form" stattfinden. Geklagt hatten zwei abgelehnte Bewerber.

Bislang werden die Medizin-Studienplätze in Deutschland über verschiedene Quoten vergeben. Ein Fünftel der Plätze zentral über die Abiturnote, ein weiteres Fünftel zentral über die Wartezeit. 60 Prozent der Plätze vergeben die Universitäten selber, die ihre eigenen Kriterien haben. Viele schauen stark auf die Abinote. Der Numerus Clausus liegt in der Regel zwischen 1,0 und 1,2.

[PA]

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