Nachgedacht: Bulimielernen

Und übermorgen weiß ich's nicht mehr

published: 02.02.2018

Bulimielernen für die nächste Klausur? Nervt, aber es lehrt uns etwas fürs Berufsleben (Foto: Look Studio/shutterstock.com) Bulimielernen für die nächste Klausur? Nervt, aber es lehrt uns etwas fürs Berufsleben (Foto: Look Studio/shutterstock.com)

Es gibt viele Dinge, die man als Studi nicht so recht verstehen mag. Ganz oben auf der Liste steht das Bulimielernen. Das Wort bedeutet: Wissen intensiv in möglichst kurzer Zeit in sich hineinzustopfen, um es zwei Tage nach der Klausur nicht mehr zu wissen. Es gibt aber auch Dinge, die man als Studi irgendwann versteht, Ganz oben auf dieser Liste steht, dass man Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive sehen muss. Und wenn man das auf das Bulimielernen anwendet, kann man auch diesem etwas Positives abgewinnen.
 

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Stress, bis das Hirn überläuft

Egal, ob Bachelor oder Master: Wir studieren, um später zu arbeiten. Nicht nur deshalb, aber auch. Und was erwartet uns in der Berufswelt? Stress, yes. Eine Präsentation bis nächste Woche, ein Bericht bis übermorgen oder eine verschobene Telefonkonferenz in zwei Stunden. Wir müssen in Stresssituationen funktionieren, ohne den Kopf zu verlieren, in Tränen auszubrechen oder uns wimmernd unter dem Schreibtisch zu verkriechen. Zeit wird immer rar sein.

Auf eine unangenehme Weise bereitet uns das Bulimielernen darauf vor: in möglichst kurzer Zeit möglichst effektiv sein und an seine körperlichen sowie mentalen Grenzen gehen — bis das Hirn quasi überläuft. Im Job später ist es manchmal nicht anders. Man muss auf Höchstleistung laufen, und durch das Studium sind wir das schon gewohnt.
 

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Stay focussed

Mit dem Stress um das Bulimielernen geht ein weiteres Thema einher: fokussieren. Wenn wir in möglichst kurzer Zeit viel lernen müssen, müssen wir uns konzentrieren und dürfen den Fokus nicht aus den Augen verlieren. Kurz vor der Klausur gibt es kein Netflix mehr, kein Feiern und keine Shoppingbummel, denn es gibt Wichtigeres zu tun. Wir brauchen den Platz in unserem Kopf sowie die Zeit. Dieses Prioritätensetzen, dieses konzentrierte Hinarbeiten auf ein wichtiges Ziel brauchen wir auch später im Leben. Klar würde man lieber ins Kino oder mit Freuden was trinken gehen — aber Präsentation, Telefonkonferenz und Bericht gehen vor. Der Spaß kommt hinterher.

Versöhnung mit dem Bulimilernen

Das Bulimielernen ist also gar nicht so unsinnig, wie man im ersten Moment denken mag. Sicher, um Stoff langfristig aufzunehmen, ist es Quatsch. Aber im Hinblick auf das, was wir für unser späteres Leben lernen, ist es weniger Quatsch: Wir müssen mit Stress, Nachtschichten, Augenringen, qualmenden Hirnen und exorbitantem Kaffeekonsum klarkommen, denn manchmal erfordert es das (Berufs-)Leben eben. Selbstverständlich dürfen diese Phasen nicht zu häufig vorkommen. Und wenn das Bulimielernen uns darauf vorbereitet, hat die Uni ihr Ziel, uns ready für das Berufsleben zu machen, doch irgendwie erfüllt. Oder nicht?

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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