21. BAföG-Bericht

Zahlen, die keiner sehen soll

published: 10.01.2018

Das Ausfüllen des BAföG-Antrages ist für immer mehr Studis ernüchternd, denn die Zahl der Geförderten sinkt (Foto: jannoon028/shutterstock.com) Das Ausfüllen des BAföG-Antrages ist für immer mehr Studis ernüchternd, denn die Zahl der Geförderten sinkt (Foto: jannoon028/shutterstock.com)

Klammheimlich, ohne Pressemeldung, wurde der 21. BAföG-Bericht von der Bundesregierung im Dezember veröffentlicht. Möglichst unbemerkt schlummert er nun im Internet vor sich hin. Und das hat einen guten, oder treffender ausgedrückt, schlechten Grund: Die Zahlen darin sind alles andere als toll. Klar, damit will die Bundesregierung nicht hausieren gehen — denn eigentlich sollte es mit dem BAföG anders laufen.
 


Es klang so vielversprechend

Eigentlich hätte der 21. BAföG-Bericht schon 2016 erscheinen sollen. Doch das wurde nichts, denn es passierte einiges: Das 2014 beschlossene 25. BAföG-Änderungsgesetz trat zum Wintersemester 2016/17 in Kraft. Es versprach viel, z.B. die Anhebung der Bedarfssätze, Einkommens- und Vermögensfreibeträge sowie des Wohnzuschlags. Klingt erstmal gut und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka war selbst euphorisch.

16,7 Prozent weniger Geförderte

Die Zahlen des stillschweigend publizierten Berichts zeigen allerdings, dass diese Änderungen in der Realität nur wenig bewirkten: So bekommen zwar geförderte Studis mehr Geld — etwa acht Prozent mehr als vor vier Jahren — aber die Zahl der Geförderten an sich ist nicht gestiegen. Im Gegenteil: Von 2012 bis 2016 ist der Anteil der geförderten Studis sogar um 16,7 Prozent gesunken. Damit erhält nur noch knapp jeder Fünfte BAföG.
 


Und selbst die durchgeführte Bedarfssatz-Erhöhung um sieben Prozent hilft nicht viel: Das BAföG kann die steigenden Lebenshaltungskosten der Studs nicht decken — gerade angesichts der wachsenden Mietpreise, wie Pointer bereits in diesem Artikel berichtete. Heißt: Die BAföG-Änderung war einfach nicht konsequent genug, die Erhöhung nicht stark genug. Immer weniger Studis profitieren vom BAFöG, und auch immer weniger Schüler werden gefördert. Schade, dabei hätte doch alles so schön werden können.

Wer den 21. BAföG-Bericht in voller Länge lesen möchte, kann dies hier tun.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Zum Pointer-Artikel "BAföG reicht nicht zum leben"
Der 21. BAföG-Bericht im Web
Das 25. BAföG-Änderungsgesetz im Detail

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