Mehr denn je lohnt es sich, ein Praktikum zu machen: Laut einer Studie verdienen Praktikanten durchschnittlich mehr als 1000 Euro (Foto: Pressmaster/shutterstock.com) Mehr denn je lohnt es sich, ein Praktikum zu machen: Laut einer Studie verdienen Praktikanten durchschnittlich mehr als 1000 Euro (Foto: Pressmaster/shutterstock.com)
Neue Studie

Mehr Geld für Praktikanten

Studierende ohne praktische Erfahrung sind wie Fische im Haifischbecken: kaum überlebensfähig. Da Praktika so wichtig sind, führt die Unternehmensberatung CLEVIS Consult in jedem Jahr eine Umfrage durch, den Praktikantenspiegel. Die Studie untersucht, wie es um das Verhältnis zwischen Unternehmen und Praktikanten steht. Die neueste Befragung hat ergeben, dass Praktikanten mehr Geld als je zuvor bekommen und zufriedener sind. Dieser positive Trend geht vor allem auf den gesetzlichen Mindestlohn zurück.
 


 


Überstunden statt Kaffee kochen

Ist die Zeit also vorbei, in der Praktikanten ausgebeutet und zum Kaffeekochen missbraucht werden? Es scheint so. Der Praktikantenspiegel macht deutlich, dass ein höherer Anteil als in den Jahren zuvor - über 80 Prozent aller Umfrageteilnehmer - mit dem Praktikum zufrieden war. Anzunehmen ist, dass die Vergütung dabei eine wichtige Rolle spielt. Denn ganze 97 Prozent aller Befragten wurden bei ihrem Praktikum entlohnt - mit durchschnittlich um die 1100 Euro im Monat. Damit sind die Gehälter für Praktikanten seit der Umfrage im Jahr 2010 um 400 Euro gestiegen. 45 Prozent der Studierenden gaben an, dass Überstunden üblich gewesen seien. Dennoch hätten sie die Work-Life-Balance als ausreichend empfunden.
 


 


Praktikanten folgen ihren Passionen

In der Vergangenheit kam es Bewerbern darauf an, dass prestigeträchtige Unternehmen sich "gut im Lebenslauf machen". Diese Einstellung hat bei der jungen Generation einen Wandel erfahren. Laut dem diesjährigen Praktikantenspiegel suchten Studierende mehrheitlich die Stellen nach ihren persönlichen Interessen aus. Dabei sei es ihnen besonders darauf angekommen, einen hohen Lerneffekt zu erzielen, Einblicke in das Berufsfeld zu erhalten und gelernte Studieninhalte umzusetzen. Nur 29 Prozent der Befragten ging es in erster Linie ums Geldverdienen. Die Umfrage enthielt zudem eine Abstimmung zu den besten Arbeitgebern für Praktika. Storck siegte vor Texas Instruments und Microsoft Deutschland. Innerhalb der vertretenen Branchen waren die Praktikanten in der Elektrotechnik und Feinmechanik am zufriedensten. Luft- und Raumfahrt landete auf dem letzten Platz.
 


Es besteht Verbesserungsbedarf

Die Studie zeigt, dass Arbeitgeber positiv auf die gesetzliche Änderung zum Mindestlohn im Jahr 2015 reagiert haben. Dennoch weist die Umfrage auf Missstände hin. Obwohl rund ein Viertel der Befragten das Praktikum als erhöhte Chance für eine spätere Festanstellung bei dem ausgewählten Arbeitgeber sahen, seien Unternehmen nur selten gewillt, Praktikanten an sich zu binden. Weiterhin wurden weibliche Studierende bei gleicher Eignung und Position im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen bezahlt. Außerdem sieht das Gesetz lediglich bei freiwilligen Praktika, die länger als drei Monate andauern, einen Mindestlohn vor. Unternehmen geben ihre Stellen daher oft als Pflichtpraktika aus. Eine gesetzliche Änderung wäre wünschenswert.
 

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Die Autorin: Aleksandra Janevska
Die Autorin: Aleksandra Janevska

Die Autorin: Aleksandra Janevska

Im kahlen Ruhrgebiet aufgewachsen, ging es fürs Jurastudium ins grünere Münster. Dort angekommen, stellte Aleksandra fest, dass sie doch lieber raus in die Welt möchte, um Journalistin zu werden. Daher hieß es nach dem Staatsexamen: Ab in den Norden! Wo sonst lassen sich lange Spaziergänge am Wasser, Besuche in vegetarischen Restaurants und spannende Geschichten am Puls der Zeit besser verbinden? Bei Pointer und in der größten Hafencity Deutschlands fühlt sie sich seit der ersten Minute pudelwohl.