Studis mit Migrations-Hintergrund

Doppelter Druck

published: 01.04.2018

Doppelter Druck bei Studis mit Migrationshintergrund führt zu einer erhöhten Abbruchquote (Foto: Jacob Lund/shuttertstock.com) Doppelter Druck bei Studis mit Migrationshintergrund führt zu einer erhöhten Abbruchquote (Foto: Jacob Lund/shuttertstock.com)

Dass Studis mit Migrationshintergrund an deutschen Unis unterrepräsentiert sind, ist kein Geheimnis – ebenso wie die Tatsache, dass sie häufiger ihr Studium abbrechen. Was bisher allerdings unklar blieb, ist das Warum. Warum brechen Studis mit Migrationshintergrund häufiger ab? Eine Frage, die Wissenschaftler des Instituts für Soziologie der TU Darmstadt in Kooperation mit dem Studierendenwerk Darmstadt mit der neuen Studie "Stolpersteine und Erfolgsbedingungen im Studium" auf den Grund gegangen sind. Und die Ergebnisse zeigen: Es ist keinesfalls mangelndes Interesse am Studienfach.
 

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Die "A-Berufe"

Auch wenn die soziologische Studie erst zur Hälfte beendet ist, lässt sich bereits feststellen: Das Elternhaus ist eine fundamentale Ursache, warum Studis mit Migrationshintergrund überproportional häufig abbrechen: Sie beginnen oft einen prestigeträchtigen Studiengang, von dem die Eltern viel halten und der die Familie stolz macht. Oftmals sind dies sogenannte "A-Berufe" wie Anwalt, Arzt oder Apotheker. In der elterlichen Kultur besitzen diese Jobs hohes Ansehen und sind mit einem gutem Gehalt verknüpft.


 
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Wunsch der Eltern

Studis mit Migrationshintergrund entscheiden sich öfter für den Wunsch ihrer Eltern, als auf ihre eigenen Bedürfnisse und Vorlieben zu hören, da ihre familiäre Bindung in der Regel sehr stark ist. Dieser Druck von Seiten der Familie kann in zwei Richtungen wirken: Er kann die Studis einerseits pushen und ehrgeizig werden lassen – oder aber überfordern sowie unglücklich machen. Der doppelte Druck aus den Ansprüchen der Familie sowie dem Anspruch sich selbst gegenüber führt, so das vorläufige Studienergebnis, zur erhöhten Abbruchquote der Studis mit Migrationshintergrund.

Alle Ergebnisse im Detail und die Hintergründe zur Studie kannst du hier nachlesen.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Die Studie "Stolpersteine und Erfolgsbedingungen im Studium" im Web
Das Studierendenwerk Darmstadt im Web
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