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Das Bologna-System sollte zwischen den Unis Nähe schaffen. Die Studie "Eurostudent" zeigt jedoch die großen Unterschiede zwischen den Studis auf (Foto: DenisProduction/shutterstock.com) Das Bologna-System sollte zwischen den Unis Nähe schaffen. Die Studie "Eurostudent" zeigt jedoch die großen Unterschiede zwischen den Studis auf (Foto: DenisProduction/shutterstock.com)
Studie

Wie geht es den "Eurostudenten"?

Wie unterschiedlich leben und arbeiten die europäischen Studierenden? Dieser Frage widmet sich seit 24 Jahren die internationale "Eurostudent"-Befragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Von 2016 bis 2018 hat sie sich in 28 Ländern unter anderem nach den Studien- und Lebensbedingungen, dem sozialen Hintergrund und der Auslandsmobilität der Studis erkundigt. Das Projekt soll den Teilnehmerländern ermöglichen, eventuelle Missstände im eigenen Hochschulwesen aufzudecken.
 


Im Norden sind die Studis älter

Das Alter der Studierenden spielt für die gesamte Studie eine große Rolle. Denn dieses beeinflusst viele andere Faktoren, beispielsweise die finanzielle Stabilität oder Familienplanung. Laut der Umfrage sind die Studianfänger zwar bei einer Mehrzahl der Länder jünger als 25, so unter anderem in Deutschland, Frankreich und Georgien. Jedoch ist das nicht überall so. Besonders in nordischen Ländern liegt das Durchschnittsalter viel höher. Finnland, Island und Schweden haben einen großen Anteil an Studis, die 30 Jahre und älter sind.
 


Studieren mit Kind

Da überrascht es nicht, dass zwischen 15 und 33 Prozent der Studierenden in Ländern wie Finnland, Norwegen oder Schweden bereits Kinder haben. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist dies enorm. Dort haben höchstens 10 Prozent der Studis Nachwuchs. Im Norden lautet das Motto wohl öfter "Erst Familie, dann Karriere" - doch woran liegt das? Zum einen an unterschiedlichen Studiensystemen, erklärte Projektleiterin Kristina Hauschildt gegenüber "deutschlandfunk.de". Nicht alle Systeme ermöglichen es den Studis, im höheren Alter problemlos zurückzukehren. Außerdem hänge es mit der gesellschaftlichen Tradition zusammen. Diese gebe den jungen Leuten häufig vor, sofort nach dem Abitur mit dem Studium anzufangen.
 


Viele Deutsche im Ausland

Die Studie verdeutlicht einmal mehr, was schon länger bekannt ist: Studis aus sozial schwachen Familien haben es schwerer. Auch auf EU-Ebene studieren sie seltener und müssen häufiger eine Job neben dem Studium aufnehmen. Erfreulich ist jedoch, dass unter anderem in Deutschland die meisten Studierenden aus Nicht-Akademiker-Häusern zu finden sind. Dank des Auslands-BAföGs sind Deutsche außerdem öfter als andere Studis im Ausland unterwegs.

Was die Studie nicht zeigt: Dass es eine benachteiligte Gruppe in Deutschland gibt, die schon an der Studienzulassung, dem Abitur, scheitert. "Deutschland unterscheidet sich im internationalen Vergleich darin, dass sehr stark vorsortiert wird", meint Hauschildt. Hier bestehe großer Handlungsbedarf - lange bevor jemand reif für ein Studium ist.

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Die Autorin: Aleksandra Janevska
Die Autorin: Aleksandra Janevska

Die Autorin: Aleksandra Janevska

Im kahlen Ruhrgebiet aufgewachsen, ging es fürs Jurastudium ins grünere Münster. Dort angekommen, stellte Aleksandra fest, dass sie doch lieber raus in die Welt möchte, um Journalistin zu werden. Daher hieß es nach dem Staatsexamen: Ab in den Norden! Wo sonst lassen sich lange Spaziergänge am Wasser, Besuche in vegetarischen Restaurants und spannende Geschichten am Puls der Zeit besser verbinden? Bei Pointer und in der größten Hafencity Deutschlands fühlt sie sich seit der ersten Minute pudelwohl.