Passt das?

Studi-Leben mit Hund

published: 10.04.2018

Studi zu sein, bedeutet oft, von Vorlesung zu Vorlesung zu hetzen und knapp bei Kasse zu sein. Ist das Halten eines Hundes da überhaupt möglich? (Foto: Michaela Runge) Studi zu sein, bedeutet oft, von Vorlesung zu Vorlesung zu hetzen und knapp bei Kasse zu sein. Ist das Halten eines Hundes da überhaupt möglich? (Foto: Michaela Runge)

Viele Studis, die mit einem Hund aufgewachsen sind, sehnen sich auch im Studium nach einem tierischen Mitbewohner. Wenn jedoch die Bücher rufen, der Wäscheberg dem Mount Everest gleicht und das leere Bankkonto grüßen lässt, wie soll dann ein Vierbeiner in den Plan passen? Es sei absolut machbar, sich verantwortungsbewusst um einen Hund zu kümmern, meint Lehramtstudentin Simone Mecklenburg. Vor über einem Jahr ist Hund Carlo bei ihr eingezogen. Auch in der Hundeschule der Hamburger Hundetrainerin Michaela Runge sind Studis mit Hund keine Seltenheit. Pointer hat nachgefragt: Was ist nötig, damit man im Studium nicht auf seine haarige bessere Hälfte verzichten muss?
 


Kleine Bude? Kein Problem

Wenn das Bett auch als Couch dient, auf dem Schreibtisch gegessen wird und die Kochnische mit im Raum ist, wohnt vermutlich ein Studi in dieser Bude. Wie viel Raum braucht ein Hund? Die Faustregel lautet: Am Platzmangel sollte es nicht scheitern, denn es kommt auf den Auslauf an. Davon benötigt ein Hund so viel wie möglich, am besten mehrere Stunden am Tag. "Der Platz in der Wohnung ist nicht relevant, solange das Herz geräumig ist", sagt Runge. Getobt und gespielt werde ohnehin draußen im Grünen.

Organisieren geht über Studieren

Ein Vorteil: Im Studium ist man zeitlich flexibler als in einem Vollzeitjob. Während der Prüfungsphasen und der vorlesungsfreien Zeit halten sich Studierende viel zu Hause auf und sind mit dem Lernen beschäftigt. Außerdem erlauben manche Unis und Profs Tiere im Hörsaal. Darüber sollte man sich vorher genau informieren. "Zudem habe ich meinem Hund beigebracht, auch mal für längere Zeit alleine zu bleiben. Dafür gehe ich vorher lange mit ihm spazieren. Wenn ich wiederkomme, gehen wir direkt nach draußen", erzählt Mecklenburg.
 


Frische Luft aktiviert die Lernmuskeln

Die Studentin ist von klein auf mit Hunden aufgewachsen. Daher wusste sie, was auf sie zukommt. Falls man diese Erfahrungen nicht hat, rät sie zu einem Hundeführerschein. Außerdem sollte man schon einige Stunden lang andere Hunde ausgeführt haben. Drei- bis viermal am Tag ist Gassigehen angesagt. Und wie sieht das in Klausurphasen aus? Das Spazierengehen kann man dann als große Pause nutzen - oder man nimmt die Karteikarten mit. Während der Hund durch die Wiesen flitzt, kann man vor sich hin lernen.

Pack dein Sparschwein wieder aus

Hundeführerschein oder Hundetrainer gehen natürlich ins Geld. Ebenso muss man Kosten für Futter, Leckerlis, Tierarzt und Hundesteuer einplanen. Ab und zu kommen gelegentliche Ausgaben hinzu: zum Beispiel ein zusätzliches Bahnticket, wenn es mal mit dem Vierbeiner in die Heimat geht. Die Kosten halten sich im Rahmen, wenn man Geld beiseite legt, findet Mecklenburg. Sie gibt durchschnittlich etwa 40 Euro im Monat für ihren Carlo aus.
 


Sei auch mal ein Nein-Sager

Natürlich schränkt ein Haustier auch ein, etwa nach einem langen Tag an der Uni. Wenn Freunde noch etwas trinken gehen wollen, sollte man absagen, um den Hund nicht länger alleine zu lassen. Allerdings nehmen auch immer mehr Studis ihre Hunde in bestimmte Lokale mit, in denen Tiere erlaubt sind.

Zukunftsplan: Superheld mit Hund werden

Bevor man sich einen vierbeinigen Weggefährten zulegt, sollte man sich Gedanken über seine Zukunft machen. Ist der spätere Beruf mit einem Hund vereinbar? Da Mecklenburg Lehrerin werden will, weiß sie schon jetzt, dass sie mittags meistens wieder zu Hause sein wird. "Außerdem kann man Hunde zu Schulbegleithunden ausbilden lassen, damit diese mit in die Klasse kommen dürfen. Das werde ich mir auf jeden Fall überlegen", sagt sie.
 


Es wartet auf dich: ein flauschiges Schmuseparadies

Trotz der aufwändigen Organisation wissen alle Hundefans: Es lohnt sich. "'Wenn ich gestresst bin, zeigt mein Hund mir, wie wichtig es ist, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen. Das trägt dazu bei, ausgeglichen und entspannt zu bleiben', habe eine Tiermedizinstudentin zu ihr gesagt", so Runge.

Und all diejenigen, die für eine solche Verantwortung (noch) nicht bereit sind: Ihr müsst nicht traurig sein - süße YouTube-Hundevideos sind immer für euch da.
 

Die Autorin: Aleksandra Janevska

Die Autorin: Aleksandra Janevska

Im kahlen Ruhrgebiet aufgewachsen, ging es fürs Jurastudium ins grünere Münster. Dort angekommen, stellte Aleksandra fest, dass sie doch lieber raus in die Welt möchte, um Journalistin zu werden. Daher hieß es nach dem Staatsexamen: Ab in den Norden! Wo sonst lassen sich lange Spaziergänge am Wasser, Besuche in vegetarischen Restaurants und spannende Geschichten am Puls der Zeit besser verbinden? Bei Pointer und in der größten Hafencity Deutschlands fühlt sie sich seit der ersten Minute pudelwohl.

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