Studie

Warum Studis ihre Abschluss­arbeiten aufschieben

published: 06.04.2018

Warum schieben Studierende ihre Arbeiten auf die lange Bank? Eine wissenschaftliche Studie hat die Gründe erforscht  (Foto: stockfour/Shutterstock.com) Warum schieben Studierende ihre Arbeiten auf die lange Bank? Eine wissenschaftliche Studie hat die Gründe erforscht (Foto: stockfour/Shutterstock.com)

Prokrastination - Aufschieberitis - ist eine Verhaltensweise, die gefühlt fast alle Studierenden an den Tag legen. Woran liegt's? Ist das alte Vorurteil doch wahr, dass Studenten einfach faul sind? Oder sind vielleicht die Profs schuld? Eine neue Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat sich mit den Gründen beschäftigt, warum Studierende ihre Abschlussarbeiten auf die lange Bank schieben.
 

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Das Ergebnis: Es liegt nicht nur an den Studis, wenn sie ihre Arbeiten nicht rechtzeitig abgeben, so die Wissenschaftler. Je unkonkreter und unklarer eine Aufgabenstellung formuliert sei, desto eher prokrastinieren die Studierenden. Dozenten könnten dem entgegenwirken, indem sie Aufgaben konkreter gestalten und Studierende gezielt betreuen. Wichtig sei dabei eine bessere Kooperation zwischen den beiden Parteien, schreiben Psychologen der MLU in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Prevention & Intervention in the Community".
 

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Die Forscher sehen die Verantwortung jedoch nicht allein bei den Lehrenden. "Eine wissenschaftliche Abschlussarbeit anzufertigen bedeutet, dass sich die Studierenden das Thema bis zu einem gewissen Grad auch selbst erschließen müssen. Sich selbst Klarheit zu verschaffen ist eine wichtige und notwendige wissenschaftliche Fertigkeit. Es kann also auch nicht darum gehen, den Studierenden alles vorzugeben", so Dr. Johannes Hoppe, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der MLU in einer Pressemitteilung der Hochschule.
 

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Das Phänomen des Nicht-Erledigens von Aufgaben beschränkt sich zudem nicht aufs Studium. Auch im Beruf oder bei der Steuererklärung schieben viele Menschen unliebsame Aufgaben so lange vor sich her, bis es zum Problem wird. "Prokrastination ist ein sehr komplexes Verhalten. Der Begriff wird in vielen Bereichen nahezu inflationär verwendet", sagt Dr. Johannes Hoppe, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der MLU. Er beschreibt Prokrastination als bewusstes, aber irrationales Verhalten: "Ich habe eine Aufgabe, die ich eigentlich erledigen möchte, aber ich entscheide mich dennoch bewusst dagegen. Dabei weiß ich, dass das falsch ist und dass dadurch Probleme entstehen." Aus diesem Verhalten ergebe sich leicht ein Teufelskreis: Versäumt es zum Beispiel ein Student, eine Hausarbeit rechtzeitig abzugeben, muss er im nächsten Semester noch mehr leisten, wodurch sich aber die Abgabe der anderen Arbeiten weiter verzögern kann.
 

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Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) im Web

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