Fachkräftemangel

Studienabbrecher sind gefragt

published: 22.04.2018

Viele Arbeitsplätze bleiben unbesetzt: Akuter Fachkräftemangel stellt ein zunehmendes Risiko für Unternehmen dar (Foto: Dutourdumonde Photography/shutterstock.com) Viele Arbeitsplätze bleiben unbesetzt: Akuter Fachkräftemangel stellt ein zunehmendes Risiko für Unternehmen dar (Foto: Dutourdumonde Photography/shutterstock.com)

Für immer mehr Unternehmen stellt der Fachkräftemangel ein großes Problem dar. Neue Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) machen deutlich: Dieser Mangel wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Was Unternehmen dabei vor allem fehlt, sind nicht Akademiker, sondern vor allem junge Menschen mit Berufsausbildung, wie u.a die "Rheinische Post Online" berichtete. Und der Mangel scheint akut: Laut Angaben der IHK schätzen rund zwei Drittel aller Unternehmen den Fachkräftemangel als Bedrohung für ihr Geschäft ein. Was also tun?
 

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Berufsausbildungen gelten nach wie vor als minderwertig

Während die Hörsäle aus allen Nähten platzen, ist eine Berufsausbildung für weniger Abiturienten eine wirkliche Alternative – zwar stieg 2017 die Zahl der abgeschlossenen Lehren erstmals seit Jahren marginal, doch gerade Großstädte haben Defizite. So sank allein in Berlin die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge von 2016 auf 2017 um 1,6 Prozent – und das, obwohl die Einwohnerzahl und die Zahl der Studis immer weiter steigt. Die Prognose der IHK: Während Berlin heute 120.000 Fachkräfte fehlen, könnten es in zwölf Jahren mit 235.000 fast doppelt so viele sein.

Ein Grund für den mangelnden Nachschub an Lehrlingen ist, dass eine Berufsausbildung im Vergleich zu einem Studium noch immer als minderwertig angesehen wird. Dieses Vorurteil bringt viele Abiturienten wie selbstverständlich dazu, sich für ein Bachelor-Studium zu entscheiden. Dass dies nicht immer die richtige Entscheidung ist, machen Zahlen deutlich: Im Bundesdurchschnitt verlassen knapp 28 Prozent aller Bachelor-Studis die Uni ohne Abschluss.
 

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Unternehmen wollen Studienabbrecher

Und genau auf diese jungen Menschen setzen nun die Unternehmen, die unter Fachkräftemangel leiden: Sie wollen die Studienabbrecher, die meist doch mehr Lust auf praktische als akademische Arbeit haben, für sich begeistern und zu sich locken. Allein in Berlin bemüht sich jedes zweite Unternehmen mittlerweile darum, die Aussteiger für sich zu gewinnen.

Doch um die jungen Menschen wirklich vom Berufseinstieg zu überzeugen, muss sich aus Sicht der Gewerkschaften einiges tun: Schlechte Ausbildungsqualität, Überstunden, Probleme mit Berufsschulen – all das können Hürden sein, die abschreckend und unattraktiv auf junge Menschen wirken.


 
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Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Web
Die "Rheinische Post" im Web

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