Uni Regensburg

Petition gegen Kruzifix-Pflicht

published: 27.04.2018

An der Universität Regensburg hat ein Student eine Petition gegen den Kreuz-Beschluss der bayerischen Landesregierung gestartet (Foto: Sanyalux Srisurin /Shutterstock.com) An der Universität Regensburg hat ein Student eine Petition gegen den Kreuz-Beschluss der bayerischen Landesregierung gestartet (Foto: Sanyalux Srisurin /Shutterstock.com)

Kreuze in allen bayrischen Behörden: Am 24. April fasste die Landesregierung diesen Beschluss und hat dafür neben Zuspruch auch ordentlich Kritik geerntet. Gepushed wurde die Idee vor allem vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Die Begründung für das Kruzifix-Gebot lautet, dass Deutschland christlich geprägt und das Kreuz damit "Symbol der kulturellen Identität" sei. Deshalb soll nun künftig im Eingangsbereich jedes Dienstgebäudes im Freistaat Bayern ein Kreuz prangen – als Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung. Ist klar.
 


Protest per Petition

Für Universitäten herrscht nach Angaben des Innenministeriums zwar keine Verpflichtung, sondern nur die Empfehlung zur Anbringung – für Studis der Universität Regensburg dennoch Grund genug, um um die weltanschauliche Neutralität Bayerns zu bangen. Ganz vorne an der Spitze des studentischen Protestes: Tarek Carls.

Tarek Carls studiert nicht nur an der Uni Regensburg, sondern ist auch Studentischer Sprecher. Er ist mit dem Kruzifix-Beschluss alles andere als zufrieden und eröffnete als Gegenangriff eine Petition. Carls schreibt: "Der Beschluss, in jeder öffentlichen Institution Bayerns ein Kruzifix aufhängen zu müssen, missachtet das Gebot der weltanschaulichen Neutralität des Staates". Mit dieser Meinung steht er nicht allein: Die Petition hat mittlerweile bereits über 32.000 Unterschriften.
 


Mit Pauken und Demos

Carls' Ansicht nach sind gerade Universitäten Orte der Aufklärung und Diversität, die weltoffen für alle Weltreligionen sein wollten. Als Sprecher der Studierenden der Uni Regensburg sehe er sich dazu verpflichtet, gegen die Kruzifix-Pflicht vorzugehen. Er kündigt an, Protest zu üben. Dieser könne, so Carls, auf verschiedene Art und Weise erfolgen, z.B. durch Demos oder zivilen Ungehorsam. Gerade weil Bayern ein großer Arbeitgeber sei, bei dem Menschen aller Glaubensrichtungen zusammenarbeiten, sende das Aufhängen von Kreuzen falsche Signale.

Das Ziel der Petition sind 35.000 Unterschriften. Der Großteil davon ist zwar geschafft, doch einige Unterzeichnende können Carls und die anderen Studis durchaus noch gebrauchen. Wenn du die Petition unterstützen willst, kannst du hier deine Unterschrift hinterlassen.
 

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Die Universität Regensburg im Web
Zur Petition "Kein #Kreuzzwang in öffentlichen Institutionen!"

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