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Immer bessere Abschlussnoten im Studium

published: 21.06.2018

Allen Grund für gute Laune: Seit 1960 steigen die Abschlussnoten in einigen Studiengängen konstant  (Foto: VGstockstudio/Shutterstock.com) Allen Grund für gute Laune: Seit 1960 steigen die Abschlussnoten in einigen Studiengängen konstant (Foto: VGstockstudio/Shutterstock.com)

Früher war alles besser? Zumindest für die Abschlussnoten im Studium gilt dies nicht. Eine Gruppe von Forschern der Europa-Universität Flensburg hat knapp 140.000 Prüfungsakten seit 1960 analysiert - mit dem Ergebnis: Seit Jahrzehnten werden die Noten in vielen Studiengänge stetig besser – und das unabhängig vom Studienort. Ihre Ergebnisse haben sie in dem Buch "Noten an Deutschlands Hochschulen. Analysen zur Vergleichbarkeit von Examensnoten 1960 bis 2013“ festgehalten. Pointer hat die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.
 

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Unterschiede zwischen Studiengängen

Die Forschergruppe aus Flensburg konnte bei der Untersuchung der Abschlussnoten feststellen, dass vor allem in den Fächern Mathematik (Lehramt und Diplom) und Deutsch (Lehramt) wie auch den Diplomstudiengängen BWL, VWL, Chemie, Psychologie und Biologie die Noten seit Jahrzehnten ansteigen.

Starke Diskrepanzen zwischen den Universitäten

Eine weitere Feststellung: Nicht nur von Studiengang zu Studiengang gibt es Schwankungen –auch von Studienort zu Studienort. So können sich Mathematik-Studis in Braunschweig, Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen, Münster und Göttingen im Durchschnitt über eine bessere Abschlussnote freuen als Studis der FU Berlin – Absolventen schließen hier um eine halbe Note schlechter ab. Große Unterschiede gibt es auch bei den Promotionen: Während an der Uni Freiburg knapp 74 Prozent ein "summa cum laude“ (hervorragende Leistung) erhalten, sind es an der Humboldt-Uni lediglich 20 Prozent.


 
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Welche Faktoren spielen eine Rolle beim Notenanstieg?

Woher kommen diese Schwankungen und der Anstieg der Noten? Dafür scheint es mehrere Ursachen zu geben, wie in der Analyse festgestellt wurde. Es wurden verschiedene Faktoren miteinbezogen. Das Ergebnis: Die Abschlussnoten werden umso schlechter, je mehr Absolventen mit Migrationshintergrund im Abschlussjahrgang sind, und umso besser, je höher der Anteil an Professorinnen ist.

Auch steigen die Noten, wenn die Prüferer alter sind. An privaten Hochschulen werden zudem im Durchschnitt bessere Noten vergeben als an staatlichen. Ein weitere Faktor für die steigende Vergabe von guten Noten: Fachkräftemangel und Drittmittelvergabe. Denn nur wenn die Noten eines Projekts gut sind, wird weiterhin finanziell gefördert – und darauf sind die Universitäten angewiesen. Keinen Einfluss auf die Schwankungen haben dagegen die Prüfungsordnung, der Anteil an Prüferinnen und der Betreuungsschlüssel.

Jura bleibt konstant

Doch nicht in allen Fächern droht die Noteninflation: In den Bereichen Germanistik, Maschinenbau und Soziologie gibt es laut der Untersuchung keinen dramatischen Anstieg. Vor allem das Studienfach Jura ist seit Jahren konstant, was die Notenvergabe in den Abschlussprüfungen angeht.
 

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Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Das Buch "Noten an Deutschlands Hochschulen. Analysen zur Vergleichbarkeit von Examensnoten 1960 bis 2013“ kaufen
Die Europa-Universität Flensburg im Web

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