Karlsruher Institut of Technology

Algorithmus sagt Studien-Abbrüche voraus

published: 09.07.2018

Ist es bald vorbei mit der Verzweiflung? Ein Algorithmus soll Studienabbrüche vorhersagen (Foto: Prostock-studio/Shutterstock.com) Ist es bald vorbei mit der Verzweiflung? Ein Algorithmus soll Studienabbrüche vorhersagen (Foto: Prostock-studio/Shutterstock.com)

Studienabbruch. Für einige Studis ist dies ein freier Entschluss, weil sie eine andere Richtung einschlagen wollen, für andere hingegen das ungewollte Ende eines Lebenstraums. 29 Prozent aller Bachelorstudierenden brechen ihr Studium ab, wie Zahlen aus dem Jahr 2017 zeigen. Unter ihnen sind nicht nur junge Studierende, die sich nach den ersten Semestern umorientieren. Ganze 12 Prozent der Abbrecher verlassen die Uni erst nach elf Semestern, meist nicht freiwillig.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Algorithmus liegt zu 95 Prozent richtig

Damit soll nun Schluss sein, dachten sich Forscher vom Karlsruhe Institute of Technology (KIT): Ein Team um Professor Berthold Wigger entwickelte einen Algorithmus, der einen Studienabbruch voraussehen kann. Dazu müssen nicht einmal komplizierte Daten erhoben werden, sondern es reichen Informationen aus, die die Uni sowieso schon speichert: Leistungsübersichten und biographische Daten der Studis. Auf Basis dieser Informationen kann der Algorithmus bereits nach dem ersten Semester mit einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit sagen, wer sein Studium später abbrechen muss. Nach drei Semester liegt die Sicherheit der Vorhersage sogar bei stolzen 95 Prozent.

Studis frühzeitig helfen, das Studium zu bestehen

Wer bereits am Anfang bestimmte Prüfungen aufgrund mangelnden Wissens oder Lernens nicht besteht, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch im weiteren Verlauf des Studiums Probleme bekommen. Doch es geht Wigger, der seit April 2009 den Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Public Management leitet, keinesfalls darum, Studis vorzeitig zum Abbruch zu drängen. Er will ihnen helfen. Die Uni kann die betroffenen Studis mit dem Algorithmus präventiv erkennen, sie gezielt ansprechen und unterstützen, um ihnen ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen. Was bisher allerdings fehlt ist Geld. Die Universitäten müssen zunehmend in die Technologie investieren, damit der Algorithmus noch verbessert und optimiert werden kann. Zudem braucht es Personal, um die Studis anzusprechen und ihnen zu helfen.

Weitere Details zum Algorithmus findest du im dazugehörigen Paper "Predicting Student Dropout“.

Justus vloggt - 3 Tipps für die Zeit nach dem Studienabbruch

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

Mehr

Was tun bei Sonnenbrand?
Studis erforschen Fahrrad­tauglichkeit Lüneburgs
Konzentrieren bei Hitze

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung