Studentische Nebenjobs

Weibliche Studis verdienen weniger

published: 06.07.2018

Gleicher Nebenjob, gleiches Gehalt? Nein! Eine neue Erhebung zeigt, dass es auch bei Studierenden eine Gender Pay Gap gibt (Foto: Yuganov Konstantin/Shutterstock.com) Gleicher Nebenjob, gleiches Gehalt? Nein! Eine neue Erhebung zeigt, dass es auch bei Studierenden eine Gender Pay Gap gibt (Foto: Yuganov Konstantin/Shutterstock.com)

Ungleiche Bezahlung für den gleichen Job – die Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen ist längst kein Geheimnis mehr. Eine neue Erhebung von Studitemps gemeinsam mit der Maastricht University zeigt nun, dass dies auch bei Studierenden der Fall ist: Weibliche Studis verdienen in ihren Nebenjobs weniger als ihre männliche Kommilitonen. Wie hoch der Unterschied ist und wo innerhalb Deutschlands regionale Unterschiede liegen, das verraten wir dir.
 

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Reguläre Gender Pay Gap liegt bei 21 Prozent

Auf dem regulären Arbeitsmarkt liegt die (unbereinigte) Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen bei 21 Prozent – ein Thema, das zu den wohl umstrittensten gehört und nicht nur die Wirtschaft beschäftigt (zum Pointer-Artikel). Und auch bei den Studis lassen sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen finden: Im Durchschnitt verdienen männliche Studierende 10,82 Euro und weibliche Studierende 10,30 Euro – dies ergibt eine Gender Pay Gap von 5,1 Prozent. Dieser Unterschied ist zwar deutlich geringer als der der regulären Gender Pay Gap, doch eine unterschiedliche Vergütung ist dennoch festzustellen.

In Bremen in die studentische Gender Pay Gap am größten

Besonders interessant sind die Ergebnisse von Studitemps und der Maastricht University, für die rund 18.000 Studierenden befragt wurden, im Hinblick auf die starken Unterschiede innerhalb Deutschlands: So verdienen Frauen in Rheinland-Pfalz im Durchschnitt sogar 0,07 Euro mehr als Männer (10,67 Euro vs. 10,60). Auch in Hamburg (Männer 10,85 Euro, Frauen 10,68 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (Männer 10,33 Euro, Frauen 10,16 Euro) fällt die Gender Pay Gap relativ gering aus.

Weniger erfreulich ist die Gehaltssituation für weibliche Studis in Sachsen-Anhalt (Männer 10,06 Euro, Frauen 9,35 Euro), Bayern (Männer 11,33 Euro, Frauen 10,53 Euro) und vor allem in Bremen (Männer 11,17 Euro, Frauen 10,22 Euro). Die Zahlen zeigen also: In 15 von 16 Bundesländern verdienen weibliche Studis weniger als ihre männlichen Kommilitonen – dabei kommt es allerdings stark auf die jeweilige Region an.


 
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Unterschiedliche Bezahlung nach Branchen

Weiterhin wurde in der Erhebung untersucht, wie sich verschiedene Tätigkeitsfelder hinsichtlich der Bezahlung unterscheiden: Den größten Lohnvorteil haben männliche Studis in den Branchen Gastronomie/Events (Männer 10,20 Euro, Frauen 9,69 Euro), IT/Software (Männer 11,81 Euro, Frauen 11,28 Euro) und Marketing/Marktforschung (Männer 10,99 Euro, Frauen 10,50 Euro). Am geringsten ist der Lohnunterschied mit 1 Prozent in der Branche Logistik/Produktion.

Und was denken die Studis?

Doch mal Zahlen beiseite: Was denken denn die Studis bezüglich gleicher Bezahlung der Geschlechter? Knapp 91 Prozent der Befragten glauben, dass beim aktuellen Arbeitgeber geschlechtliche Gehaltsunterschiede keinerlei Rolle spielen. Hingegen betrachten sieben Prozent der Befragten eine höhere Bezahlung der männlichen Studis als sehr wahrscheinlich und zwei Prozent vermuten einen Lohnvorteil weiblicher Studierender.
 

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Fazit: Licht am Ende des Tunnels

Welches Gefühl geben uns diese Zahlen schlussendlich mit auf den Weg? Zuallererst: Die studentische Gender Pay Gap fällt mit 5,1 Prozent deutlich geringer aus als die reguläre Gender Pay Gap mit 21 Prozent. Zudem liegt der studentische Verdienst deutschlandweit deutlich über dem Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde. Doch es lässt sich nicht ausblenden, dass männliche Studis durchschnittlich mehr verdienen als weibliche – und dass es starke Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Es lässt sich nur hoffen, dass auch diese Ungleichheit bald der Vergangenheit angehört – auf einem guten Weg sind wir zumindest.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zum Pointer-Artikel "Frauen verdienen weitaus weniger als Männer"
Die Maastricht University im Web
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