Leuphana Universität Lüneburg

Studis erforschen Fahrrad­tauglichkeit Lüneburgs

published: 14.07.2018

Lüneburger Studierende haben die Fahrradtauglichkeit ihrer Uni-Stadt untersucht – das Ergebnis zeigt deutliche Mängel (Foto: shutterstock.com/solominviktor) Lüneburger Studierende haben die Fahrradtauglichkeit ihrer Uni-Stadt untersucht – das Ergebnis zeigt deutliche Mängel (Foto: shutterstock.com/solominviktor)

Was gehört zu jeder Studentenstadt? – Fahrräder, und zwar viele davon. Denn für Studis gibt es wohl kein praktischeres und günstigeres Fortbewegungsmittel, als zwei Räder. Doch leider sind nicht alle Städte fahrradfreundlich: Überlastete Infrastruktur und fehlende Radwege sind nur einige Probleme im Straßenverkehr. Wie groß das Problem wirklich ist, hat eine Forschungsgruppe der Leuphana Universität Lüneburg nun untersucht: 67 Studis haben über 10.000 Stunden lang Lüneburg und umliegende Gemeinden nach Störfaktoren für Radfahrer untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend – und vielleicht Anstoß für eine ernsthafte Veränderung.
 

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Systematische Untersuchung in elf Kleingruppen

Lüneburg ist eine typische, sympathische Studentenstadt, in der Studis vor allem mit dem Fahrrad unterwegs sind. Nur leider nicht ohne Hindernisse, wie in dem Forschungsprojekt nun ganz aktuell und schwarz auf weiß belegt wurde. Die 67 Studierenden konnte insgesamt 492 Mängel im Straßenverkehr dokumentierten – 70 Prozent davon allein in Lüneburg, der Rest wurde in den näheren Gemeinden gefunden.

Im vergangenen Sommersemester machten sich die Studis in elf Kleingruppen auf systematische Entdeckungstour durch die Stadt – jeder von ihnen arbeitete knapp 150 Stunden. Geleitet wurde das Projekt von dem Leuphana-Verkehrsexperten Prof. Dr. Peter Petz, der von der Menge an gefunden Störfaktoren selbst sehr überrascht war, wie er in einem Interview mit der Landeszeitung verriet.


 
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Beseitigung der Störfaktoren steigert "Attraktivitätsräume"

Der Fokus der Forschungsgruppen lag dabei auf dem Finden von möglichen Wegabkürzungen, die den Fahrradverkehr erleichtern würde – die momentan aber durch Verkehrsschilder verboten oder erst gar nicht als solche erkennbar sind. Würde man diese Verhinderungen beseitigen und die gefundenen Störfaktoren eliminieren, würde dies die sogenannten "Attraktivitätsräume“, also die Reichweite für Fahrradfahrer, enorm erhöhen: So würde dies einem Studi mit dem Rad eine Reichweite von 2,3 Kilometern ermöglichen, statt momentanen 1,9 – mit einem Pedelec, also einem elektrischen Fahrrad, würde der Attraktivitätsraum von 3,9 sogar auf 5,9 Kilometern steigen.
 

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Studis dokumentierten alles mit Fotos und Anmerkungen

Die Studis listeten alles sorgfältig auf, was sie als Hindernisse identifizieren konnten: Sackgassen, die eigentlich keine sind, Einbahnstraßen, die von Fahrradfahrern auch einfach in Gegenrichtung genutzt werden könnten, Abbiegeverbote, die einzig und allein für Autofahrer sinnvoll sind sowie störende Umlaufsperren. Dazu machten die Stduierenden detaillierte Verbesserungsvorschläge, wie der Verkehr an dieser Stelle für Radfahrer besser gestaltet werden sollte.

Nach dem Abschluss des Projektes verschwanden die Ergebnisse keineswegs in einer Schreibtischschublade, sondern wurden an Lüneburgs Verkehrsdezernent Markus Maßmann übergeben. Dieser versprach, die Liste nach und nach abzuarbeiten – allerdings dauere dies einige Jahre. Zudem wolle er das Thema nun mit der Datenunterfütterung der Studis in den Verkehrsausschuss weitertragen. Wir drücken die Daumen, dass die Lüneburger Studis bald noch einfacher durch den Straßenverkehr kommen!
 

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Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Die Leuphana Universität Lüneburg im Web
Zum Artikel "Schluss mit den Hindernissen" in der Landeszeitung

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