Uni Hohenheim

Staats­anwaltschaft ermittelt im Attest-Skandal

published: 01.08.2018

Folgenschwere Konsequenzen: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Arzt wegen falscher Atteste für Studenten (Foto: FocusStocker/Shutterstock.com) Folgenschwere Konsequenzen: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Arzt wegen falscher Atteste für Studenten (Foto: FocusStocker/Shutterstock.com)

Der Attest-Skandal der Uni Hohenheim geht in die zweite Runde: Im vergangenen Mai holten sich 48 Studierende der Uni Hohenheim nach einer Klausur im Fach Finanzwissenschaften ein Attest – blöderweise alle von dem gleichen Arzt. Dies scheint nun folgenschwere Konsequenzen für den Mediziner zu haben.
 

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Beschlagnahme von Unterlagen

"Doc Holiday", so wird der Arzt mittlerweile in den Medien genannt, der allen 48 Studis nach der Klausur fast identische Atteste ausstellte. Die Studis gaben Schwindel, Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit als Gründe an, eine Klausur nicht zu Ende schreiben zu können – und der Arzt attestierte ihnen dies, ohne die Beschwerden weiter zu hinterfragen.

Nun hat sich die Staatsanwalt Stuttgart in den Fall eingeschaltet, da der Arzt verdächtigt wird, falsche Atteste ausgestellt zu haben. Am vergangenen Donnerstagvormittag wurden auf richterlichen Beschluss seine Praxisräume durchsucht und eine Vielzahl an Unterlagen und Dateien beschlagnahmt, teilte die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit. Diese Unterlagen werden nun in nächster Zeit ausgewertet – denn dem Arzt wird in 145 weiteren Fällen die Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse unterstellt.


 
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Zwangsexmatrikulation für drei Studis

Doch nicht nur für den Arzt haben die massenhaft ausgestellten Atteste Konsequenzen: Die Uni erkannte eine Mehrheit der Prüfungsrücktritte der vermeintlich kranken Studis nicht an. Noch härter hat es drei Studierende getroffen, für die ihr Krankmachen von der Klausur nun eine Exmatrikulation bedeutet, da es für sie der dritte und damit letzte Prüfungsversuch im Fach Finanzwissenschaften war.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zum Pointer-Artikel "Attest-Skandal bei Klausur"
Die Universität Hohenheim im Web
Zur Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart

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