Studiengebühren in Europa

Wo Studenten zahlen und wo nicht

published: 23.02.2005

In manchen europäischen Ländern fallen Studiengebühren an (Foto: shutterstock.com/ABB Photo) In manchen europäischen Ländern fallen Studiengebühren an (Foto: shutterstock.com/ABB Photo)

Studiengebühren sind in Deutschland verboten - so sah es das Hochschulrahmengesetz aus dem Jahr 2002 vor. Doch dieses Verbot ist verfassungwidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht Ende Januar. Seit Verkündung des Urteils befinden sich Befürworter und Gegner von Studiengebühren in regem Austausch von Pro- und Contra-Argumenten (beispielsweise im Unikosmos-Forum).

In Deutschland heiß diskutiert, wurde die Frage nach den Gebühren in anderen europäischen Ländern längst geklärt – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Eine Übersicht:

Belgien
Bei unserem westlichen Nachbarn ist es so geregelt, wie sich viele Gebührenfürsprecher das auch für Deutschland vorstellen: Wer in Belgien studiert, muss pro Semester Studiengebühren in Höhe von etwa 500 Euro bezahlen.

Dänemark
In Dänemark gibt es keine Studiengebühren. Statt fürs akademische Lernen zu zahlen, haben Studierende in Dänemark ein Recht auf finanzielle Unterstützung durch den Staat. Wer mindestens 18 Jahre alt ist, kann die so genannte „Statens Uddannelsesstoette“ erhalten. Die Höhe der Unterstützung hängt von verschiedenen Faktoren ab: beispielsweise ob man noch bei den Eltern wohnt oder allein. Maximal 607 Euro monatlich werden gezahlt. Zusätzlich können auch Darlehen in Höhe von bis zu 310 Euro aufgenommen werden.


Finnland
Auch in Finnland ist das Studium gebührenfrei. Darüber hinaus gibt es für Hochschüler ein Fördersystem. Wer über 20 ist und noch bei den Eltern wohnt, erhält mindestens 106 Euro pro Monat, alle anderen 256 Euro. Zusätzlich sind ein Zuschuss zu den Wohnkosten und die Aufnahme eines Darlehens möglich.

Frankreich
Studiengebühren? Mais oui! In Frankreich ist das kein Diskussionsthema – man zahlt einfach. Was daran liegen mag, dass die Gebühren vergleichsweise moderat ausfallen: 150 Euro jährlich sind für ein dreijähriges Studium fällig. Wer einen Master- oder Diplomstudiengang absolviert, zahlt 190 Euro pro Jahr. Festgelegt wird die Höhe der Gebühren vom französischen Bildungsministerium, die Universitäten können in Ausnahmefällen einen Zuschlag verlangen. Deutlich teurer ist in der Regel das Studium an französischen Eliteschulen, den so genannten „Grandes Ecoles“. Hier können die Gebühren die 1000-Euro-Grenze überschreiten.

Griechenland
In Griechenland werden im Allgemeinen keine Studiengebühren verlangt. Für ausländische Studierende aus der EU gilt diese Gebührenfreiheit allerdings nicht grundsätzlich.

Großbritannien
Studiengebühren sind auf der Insel schon lange üblich. Und die britischen Studentinnen und Studenten müssen sich auf eine saftige Erhöhung ab 2006 einstellen: Statt bisher 1600 Euro wird das Studieren im Vereinigten Königreich künftig 4300 Euro pro Jahr kosten. Allerdings nach dem Motto: lerne gleich, zahle später. Erst mit Beginn der Berufstätigkeit und ab einem bestimmten Einkommen müssen die Gebühren abbezahlt werden. Ein sozialer Faktor sorgt außerdem dafür, dass einkommensschwache Familien bei den Zahlungen entlastet werden.

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