Neues Auswahlkriterium in NRW

Medizinstudium auch ohne Einser-Abi möglich

published: 16.04.2019

Der Traum vom Medizinstudium kann jetzt auch ohne Spitzenabitur in Erfüllung gehen (Foto: RossHelen/Shutterstock.com) Der Traum vom Medizinstudium kann jetzt auch ohne Spitzenabitur in Erfüllung gehen (Foto: RossHelen/Shutterstock.com)

"Unter 1,0 geht nichts" - das war lange Zeit bittere Realität für angehende Medizinstudierende. Ein Spitzenabi oder lange Wartezeiten waren die Voraussetzungen, um in Deutschland an einen Platz im Medizinstudium zu kommen. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) ändert sich das ab dem kommenden Wintersemester. In einem Sonderprogramm zählen neben der Abiturnote auch Sozialkompetenz und Empathie bei der Vergabe der Studienplätze.
 

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Realistische Empathie-Tests

Insgesamt 140 angehende Medizinstudierende werden im Wintersemester 2019/20 nach den neuen Kriterien ausgewählt. Das Konzept von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht ein zweistufiges Bewerbungsverfahren vor. Zunächst müssen Interessierte sich bis zum 30. April dieses Jahres bewerben. Es zählen die Abiturnote, ein technischer Test und eine Berufausbildung oder andere medizinische Vorerfahrungen. Weitere Infos und Bewerbungsformulare gibt es auf der Internetseite des Landeszentrums für Gesundheit in NRW. Die besten Bewerber werden zu einem Auswahltag eingeladen.

Neben Gesprächen wird dabei besonders die Empathie-Fähigkeit im Arztalltag getestet. Dazu durchlaufen die angehenden Studierenden insgesamt zehn Stationen in einem nachgebauten Krankenhaus beziehungsweise einer Arztpraxis. Bei diesen Stationen werden sie mit schwierigen Situationen aus dem Arztalltag konfrontiert. Sie müssen beispielsweise ein volles Wartezimmer mit ungeduldigen Patienten managen oder eine gläubige Muslima davon überzeugen, ihr Kopftuch abzunehmen. Echte Schauspieler sorgen in diesen Planspielen für möglichst realistische Verhaltensweisen der nachgestellten Patienten. Eine Kommission aus Ärzten und Psychologen bewertet anschließend, wie gut sich die Bewerber geschlagen haben.
 

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Mehr Landärzte als Ziel

Wer sich dort durchsetzt, bekommt einen Studienplatz angeboten - ist aber trotzdem nicht ganz frei in seinen Entscheidungen. Denn alle Studierenden dieses Programms verpflichten sich dazu, nach ihrer Ausbildung für zehn Jahre als Landarzt in einer unterversorgten Region in NRW zu arbeiten. Bei Nichteinhaltung dieser Bedingung drohen Vertragsstrafen von bis zu 250.000 Euro. In NRW fehlen nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwa 650 Hausärzte. Auch die Auffüllung dieser großen Lücke dürfte Grund für dieses zusätzliche Auswahlverfahren sein. Im kommenden Sommersemester soll das Sonderprogramm in NRW übrigens weitergehen. Dann werden weitere 25 Studienplätze vergeben.

[PA]

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