Studie

Studenten besuchen Vorlesungen wegen Langeweile seltener

published: 25.04.2019

Fast leere Vorlesungssäle werden immer mehr zum Alltag an deutschen Universitäten (Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com) Fast leere Vorlesungssäle werden immer mehr zum Alltag an deutschen Universitäten (Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com)

An zwei Terminen sind die Vorlesungssäle an einer Universität meistens voll. Zum einen am ersten Termin, zum anderen bei der letzten Vorlesung vor einer Klausur. Doch dazwischen verringert sich die Anwesenheitszeit meistens - und das lässt sich auch an Zahlen ablesen. 2018 waren Studierende nur noch 15,8 Stunden pro Woche in Lehrveranstaltungen,. Im Jahr 2010 waren es noch rund zweieinhalb Stunden mehr. René Bochmann, Lehrbeauftragter an der TU Chemnitz, hat die Gründe für die wachsende Abwesenheit der Studierenden in einer Studie untersucht.

Dr. René Bochmann fasst die Ergebnisse seiner Studie zusammen


Studenten nehmen Vorlesungen als langweilig wahr

Um die Gründe für die sinkenden Anwesenheitszeiten herauszufinden, befragte Bochmann innerhalb von vier Jahren rund 2000 Studierende an 42 Hochschulen. Dabei stellte sich heraus, dass Vorlesungen häufiger geschwänzt werden als Seminare oder Praxismodule. Eine langweilige Gestaltung, die Verfügbarkeit des Vorlesungsinhalts an anderen Stellen und die fehlenden Konsequenzen bei Abwesenheit: Das waren die drei Hauptgründe, welche die Studierenden für das Fernbleiben von Vorlesungen angaben.

Bochmann fragte aber auch, wann und warum Studierende eine Vorlesung besuchen. Der mit Abstand wichtigste Beweggrund der Befragten war die Notwendigkeit eines Leistungsnachweises – erst dahinter folgte das Interesse am Inhalt der Vorlesung. Für ein insgesamt besseres Vorlesungserlebnis wünschen sich knapp 20 Prozent der Befragten eine gute Organisation. Für weitere 14 Prozent ist der Grad der Interaktivität wichtig.
 

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Mehr Interaktivität notwendig

Bochmann schlussfolgert, dass Studierende aktiver in den Unterricht eingebunden werden wollen. Frontalunterricht werde von Studenten oft als langweilig und monoton wahrgenommen und müsse verringert werden. Der Forscher fordert eine Erneuerung der Vorlesungsstrukturen, auch einige Seminare müssten überarbeitet werden. Dozentinnen und Dozenten sollen laut Bochmann zukünftig eher als Coach der Studierenden fungieren, um die Interaktivität und den Lernertrag zu steigern.
 

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[PA]

Links

Hier kannst du die komplette Studie nachlesen

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