Die Humboldt Universität distanziert sich von einer Wahlempfehlung, die an Tausende Berliner Bürger verschickt wurde (Foto: DK-ART/Shutterstock.com) Die Humboldt Universität distanziert sich von einer Wahlempfehlung, die an Tausende Berliner Bürger verschickt wurde (Foto: DK-ART/Shutterstock.com)
Berlin

Humboldt-Uni distanziert sich von Wahl-Brief

Aufregung an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU): Die Hochschule distanziert sich von Briefen mit ihrem Logo, die offenbar in einer Auflage von mehreren Tausend an Haushalte der Haupstadt verschickt wurden. Wie die HU mitteilte, rufen diese Schreiben mit dem Briefkopf des Instituts für Sozialwissenschaften dazu auf, bei der Europawahl ungültige Stimmen abzugeben. "Diese Briefe sind keine offiziellen Verlautbarungen der HU", heißt es in einer Pressemitteilung der Uni. "Absender ist ein Doktorand der University of Michigan, der zurzeit als Gastwissenschaftler an der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät der HU arbeitet. Derzeit prüfen wir den Vorgang, rechtliche Schritte sind bereits eingeleitet."
 


Glaubt man den Fotos, die auf Twitter eingestellt wurden, heben die Briefe die Möglichkeit hervor, ungültige Stimmzettel abzugeben und dadurch Unzufriedenheit und Protest Ausdruck zu geben. Die HU halte sich strikt an das Neutralitätsgebot des Öffentlichen Dienstes, heißt es dazu von Seiten der HU. "Die Ethikstandards der HU als öffentliche Einrichtung wurden in diesem Fall deutlich missachtet. Wir distanzieren uns von solchen Eingriffen in die politische Willensbildung. Aufgabe der Universität und ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es keinesfalls, die Gesellschaft mit Wahlempfehlungen zu versorgen, sondern vielmehr, mit objektiven Daten und Fakten zu unterstützen. Die strikte Einhaltung des Neutralitätsgebots ist dafür unerlässlich und ein Grundprinzip der HU", so Uni-Präsidenten Prof. Sabine Kunst.
 


Die Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Sozialwissenschaften, Prof. Talja Blokland, ergänzt: "Wir sind erschüttert, dass das Institut für Sozialwissenschaften für einen solchen Eingriff in Wahlen missbraucht wurde. Wir werden die Hintergründe aufklären und entsprechende Konsequenzen ziehen"
 


[PA]

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