Die Millerntor Gallery öffnet ab dem 4. Juli ihre Tore (Foto: Mirko Hannemann/Public Address) Die Millerntor Gallery öffnet ab dem 4. Juli ihre Tore (Foto: Mirko Hannemann/Public Address)
Festival

Millerntor Gallery: St. Pauli-Stadion wird zur Kunstgalerie

Francisco Vilanculos ist die Freude über seine Teilnahme an der Millerntor Gallery anzusehen. Über das ganze Gesicht strahlt der Mann mit der Rasta-Mütze, der aus Mosambik stammt und die Seitenwand der Gegengerade des Millerntor-Stadions in bunten Farben bemalt. Franciscos Kunst spielt eine besondere Rolle im Kunst-, Kultur-, und Musikfestival. Schließlich stehen die Förderprojekte der auf St. Pauli gegründeten Non-Profit-Wasserinitiative Viva con Agua des St. Pauli e.V. zu den Themen Wasser, Hygiene und Sanitär in seinem Heimatland Mosambik im Fokus der diesjährigen Millerntor Gallery.

Millerntor Gallery #9 - Pointer beim Presserundgang

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Das Festival Millerntor Gallery bietet im Hamburger Millerntor-Stadion des FC St. Pauli bereits im neunten Jahr in Folge Platz für Kreativität und Engagement. Ab dem 4. Juli 2019 können Besucher drei Tage lang das vielfältige Musik-, Kunst- und Kulturprogramm erleben. Unter dem Motto: "Water is a human right" bietet das Festival eine Plattform für Dialog und Austausch zu den Themen Wasser und Menschenrechte. Rund 70 Prozent der Erlöse fließen in die Förderprojekte von Viva con Agua in Mosambik. Speziell unterstützt wird durch den Verkauf und die Versteigerung der Kunstwerke eine Initiative in Oratta im Norden des Landes. Pointer hatte im Rahmen eines Presserundgangs die Gelegenheit, schon vor der offiziellen Eröffnung einen Blick in die Millerntor Gallery zu werfen und mit den Künstlern und Organisatoren zu sprechen.
 


Mit dem Projekt in Mosambik liegt der Fokus der Millerntor Gallery erstmals in der Geschichte des Festivals auf einem konkreten Viva-con-Agua-Projekt. Viva-con-Agua-Arts-Geschäftsführer Arne Vogler sieht darin die Chance, die Ziele der Millerntor Gallery noch besser zu kommunizieren: "Wir möchten die ohnehin schon sehr hohe Identifikation der Künstler, Ehrenamtlichen und Besucher noch weiter steigern, indem wir ihnen ein konkretes Ziel nennen. So können wir genau aufzeigen, wo die Erlöse des Festivals hinfließen und welchem Viva-con-Agua-Projekt geholfen wird".

Arne erzählt, dass die Viva-con-Agua-Vertreter sich auf einem Treffen gemeinsam für Mosambik ausgesprochen hätten, da in dem ostafrikanischen Land seitens der Schweizer Viva-con-Agua-Initiative bereits ein unterstützenswertes Engagement bestanden habe. Die Hautstadt Maputo passe zudem mit ihren künstlerischen und kulturellen Faktoren sehr gut zur Millerntor Gallery. "Im Rahmen einer Projektreise nach Maputo haben wir uns endgültig für das Projekt in Mosambik entschieden", so Arne.
 


Auch Franciscos Kunst entdeckten die Organisatoren auf dieser Projektreise, wie Arne berichtet. Jeden Tag sei er an Franciscos Street Art vorbeigelaufen und habe sich für dessen bunte und ausdrucksstarke Motive begeistert. Nach etlichen erfolglosen Versuchen, Francisco ausfindig zu machen, kam der Kontakt zum mittlerweile in Schweden lebenden Mosambikaner schließlich doch zustande. "Francisco war dann schnell Feuer und Flamme für die Idee, an der diesjährigen Millerntor Gallery teilzunehmen. Für uns ist seine Kunst im Stadion eine schöne bunte Abrundung zum Thema Mosambik."

Beim Rundgang durch die Millerntor Gallery fällt schnell auf, dass das Thema Vielfalt großgeschrieben wird. In der Ausschreibung Anfang des Jahres bewarben sich Künstlerinnen und Künstler diverser Genres und Nationalitäten. Zu den von Kuratorin Lola Mense ausgewählten Artists gehört die Brasilianerin Mari Pavanelli. Sie sitzt gerade im Schneidersitz vor ihrem bunten Wandgemälde im Gang der Südkurve.
 


Mari erzählt, dass sie der Welt ihr "glückliches Universum" näherbringen und ihr Heimatland Brasilien repräsentieren wolle. Der Hauptgrund für ihre Teilnahme an der Millerntor Gallery sei allerdings die Gelegenheit, mit ihrer Kunst die Projekte von Viva con Agua zu unterstützen. Der Verein ist ihr ans Herz gewachsen. "Ich habe Viva con Agua letztes Jahr in Brasilien kennengelernt. Es ist mir sehr wichtig, die Wasserprojekte durch meine Kunst zu fördern. In die meisten meiner Werke binde ich versteckte symbolische Elemente zum Thema Wasser ein - wie Wellen und Wasserbewegungen. Ich möchte mit meiner Kunst Liebe und Glück ausstrahlen und die Selbstentdeckung, insbesondere im Kontext der Beziehung zwischen Mensch und Natur, fördern." Sehr gespannt sei sie bereits auf die fertige Millerntor Gallery und die Werke der unterschiedlichen Künstler im gesamten Stadion.

Neben Street Art dürfen sich die Besucher des Festival im Juli auf einen Skulpturenpark, Installationen und fotografische Arbeiten freuen. Mit Spraydose, Farbrolle und Pinsel sowie Materialien wie Schlauchboot-Überresten und Fahrradlenkern wird den Wänden und Räumen des Millerntor-Stadions ein neues Gesicht verliehen.
 


Für Arne spielt die Location eine große Rolle im Reiz der Ausstellung: "Das Stadion ist ein magischer Ort. Ein Ort, an dem man sonst alle zwei Wochen Fußball guckt, wird für die Millerntor Gallery zu einer bunten Erlebnisstätte. Für uns ist das Millerntor-Stadion mittlerweile ein zweites Zuhause."

Für das "Zuhause-Feeling" sorgen neben den internationalen Künstlern auch lokale Künstler aus Hamburg und Norddeutschland. Zu ihnen gehört Stefanie Thiele, die aus Hamburg stammt und nach fünf Jahren in England mit viel kulturellem Input in ihre Heimatstadt zurückkehrte, um Kommunikationdesign zu studieren. Mittlerweile ist Stefanie Vollzeit-Künstlerin. Jetzt bemalt sie eine Wand im Gang der Haupttribüne mit dem Ziel, ein aus vielen kleinen Pixeln bestehendes, dreidimensionales Kunstwerk zu schaffen. "Das Projekt Millerntor Gallery ist der Hammer", sagt Stefanie. "Der Zusammenhalt und die Community sind unglaublich motivierend und machen glücklich. Es ist toll, mit Kunst Menschen helfen zu können.". Die Idee hinter ihrem Pixel-Kunstwerk schreibt die Hamburgerin dem Prinzip des Butterfly Effects zu: "Als Einzelner denkt man vielleicht oft, dass man nicht viel erreichen kann. Aber wenn Menschen zusammenkommen, ist vieles möglich. Ein kleiner Farbfleck kann, wenn man einen Schritt zurücktritt und das große Ganze betrachtet, sehr kraftvoll sein."

Millerntor Gallery


Neben der Kunst kommt auch der klassische Festival-Aspekt nicht zu kurz: Vier Bühnen mit Kultur und Musikprogramm, Food Trucks und Workshops bieten das Rahmenprogramm für die Millerntor Gallery. Verschiedene Gruppentalks, beispielsweise zum Thema "Wasser in der Klimakrise" von Fridays4Future, bieten weitere Informationen. Die Weltverbesserer-Initiative der Techniker (TK) und des FC St. Pauli ist mit der neuen #waldverbesserer-Kampagne in der Millerntor Gallery vertreten. Die Kampagne unterstützt das Projekt "Trillion Tree Campaign" von Felix Finkbeiner, das es sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit eine Billion Bäume zu pflanzen, um den CO2-Ausstoß aufzufangen und dadurch die Erderwärmung zu verlangsamen.
 


Gerade für Studierende ergibt sich im Rahmen der Millerntor Gallery die Möglichkeit, im Umfeld eines tollen Festivals und einer spannenden Kunstausstellung Gutes zu tun, sich zu informieren und die Projekte Viva con Aguas in Mosambik zu fördern. "Mit dem Kauf von Kunst, dem Lauschen der Musik oder dem Kauf eines Biers unterstützt ihr sehr direkt die Arbeit von Viva con Agua. Die Millerntor Gallery ist für viele Altersklassen ein schöner Ort, aber für Studierende ganz besonders, da sie einen Großteil der Besucher ausmachen", sagt Arne. Mari ergänzt: "Für junge Leute ist die Millerntor Gallery ein tolles Erlebnis und kann vielleicht sogar die Inspiration bieten, selbst künstlerisch aktiv zu werden. Generell sollten Leute aus allen Altersgruppen in die Millerntor Gallery kommen, denn die Kunst hier verbindet jeden."

Dieser Artikel wird präsentiert von unserem Gesundheitspartner Die Techniker.

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Der Autor: Tom Nelson
Der Autor: Tom Nelson

Der Autor: Tom Nelson

Teetrinker, Fußball-Nerd, Foodie: Tom ist ein echter„Hamburger Jung“. Nach dem Abitur zog es ihn nach Braunschweig, wo er sich am Architekturstudium versuchte. Als ihm klar wurde, dass er später lieber Texte schreiben als Häuser planen würde, kehrte er in die Hansestadt zurück, um Medienwissenschaften zu studieren. Aufgrund seiner Liebe zu Wind und Wetter sowie nordischen Landschaften verbringt er sein Auslandssemester in Schottland. Bei Pointer schreibt Tom für dich über Studium, Reisen und Entertainment.