Gleichstellung

Studie: Wenig Professorinnen an deutschen Hochschulen

published: 17.10.2019

Nur ein Viertel der Lehrstühle deutscher Hochschulen und Universitäten ist mit Frauen besetzt (Foto: LightField Studios /Shutterstock.com) Nur ein Viertel der Lehrstühle deutscher Hochschulen und Universitäten ist mit Frauen besetzt (Foto: LightField Studios /Shutterstock.com)

Der Bildungsanbieter WBS hat in einer Studie die 50 größten Universitäten und Hochschulen Deutschlands nach den Geschlechteranteilen in ihren Führungsetagen befragt. 44 von ihnen haben geantwortet. Das Ergebnis der Studie offenbart weiteren Handlungsbedarf in Bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit. Im Schnitt sind nur ein Viertel der Professuren an Frauen vergeben. Weniger als jede fünfte Fakultät hat eine Dekanin gewählt. Immerhin 13 Universitäten der 44 Hochschulen und Unis haben eine Frau an der Spitze. Alle befragten nicht-universitären Hochschulen werden von Männern geführt.

Mit 37,7 Prozent ist die Quote der Professorinnen an der Freien Universität Berlin am höchsten. Die Plätze zwei und drei belegen die Universität Paderborn (35,8 Prozent) und die Universität Koblenz-Landau (35,5 Prozent). Schlusslichter der Umfrage sind die Universität Stuttgart (15,6 Prozent) und das Karlsruher Institut für Technologie (13,9 Prozent) vor der Technischen Hochschule Mittelhessen (Gießen, Friedberg, Wetzlar), deren Frauenquote in Hinblick auf Professuren bei nur 10,8 Prozent liegt.
 

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Immerhin drei der untersuchten Bildungsanstalten schaffen es, dass sich Dekaninnen und Dekane zu gleichen Teilen in ihrem Dienst befinden. Dabei handelt es sich um die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Universität Kassel und die Universität Koblenz-Landau. Dem gegenüber stehen sieben Hochschulen ohne eine einzige Dekanin. Unter ihnen ist auch der Spitzenreiter bei den Professorinnen, die FU Berlin.

"Für Mädchen und Frauen ist es sehr wichtig, möglichst früh in Kontakt mit weiblichen Vorbildern und Führungspersönlichkeiten zu treten. Diesbezüglich sind vor allem Schulen, Hochschulen, Universitäten und Ausbildungsbetriebe gefragt. Unsere Untersuchung zeigt jedoch, dass es an keiner der 44 analysierten Hochschulen und Universitäten gleich viele Professorinnen und Professoren gibt. Fast ein Drittel dieser Bildungsstätten werden immerhin aktuell von Frauen geleitet. Dennoch gibt es hier noch sehr viel Optimierungsbedarf", kommentiert Joachim Giese, Vorstand der WBS GRUPPE, die Studie.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Durchschnittswerte alle leicht gestiegen. So ist die Quote der Professorinnen von 23,3 auf 25,1 Prozent gestiegen. 17,1 Prozent der Dekan-Positionen waren im letzten Jahr mit Frauen besetzt, diesem Ergebnis stehen heute 18,3 Prozent gegenüber. Bei der Hochschulleitung ist der Anteil von 27 auf 29,5 Prozent gestiegen. Allerdings wurden im letzten Jahr weniger Hochschulen in der Studie erfasst. In diesem Jahr ist die Universität Koblenz-Landau mit einer Präsidentin an der Spitze, Parität bei den Dekaninnen und Dekanen und immerhin 35,5 Prozent Professorinnen führend in Sachen Frauenquote.

[Hauke Koop]

Links

Studie der WBS Gruppe zur Frauenquote an deutschen Hochschulen

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