Ein Dresdener Professor erlaubt in seinen Prüfungen Spickzettel (Symbolbild: Jaromir Chalabala/Shutterstock.com) Ein Dresdener Professor erlaubt in seinen Prüfungen Spickzettel (Symbolbild: Jaromir Chalabala/Shutterstock.com)
Prüfungshilfe

Dresdener Professor erlaubt Spickzettel

Die meisten haben es in ihrer Schulzeit irgendwann einmal getan: einen Spickzettel geschrieben. Die Lehrer sahen die handlichen kleinen Prüfungshilfen nicht gerne, und so galt es, bloß nicht erwischt zu werden. Studierenden der TU Dresden geht das ab dem 5. Semester zumindest bei Prof. Gerald Gerlach anders. Der erlaubt nicht nur seit 20 Jahren Spickzettel, er wünscht sie sich sogar. Der Spicker darf ein beidseitig handbeschriebenes A4-Blatt sein und kann ganz offen in der schriftlichen Prüfung auf dem Platz liegen.
 


Die Idee dahinter erklärt der Professor des Instituts für Festkörperelektronik so: "Spickzettel anzufertigen, hat einen bedeutsamen didaktischen Effekt. Man muss sich intensiv mit dem Stoff auseinandersetzen, muss die Inhalte systematisieren, muss Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden. Mit einem Spickzettel ist man einfach besser auf die Prüfung vorbereitet." So bekam der Hochschuldozent über die Jahre eine Vielzahl von Spickzetteln zu Gesicht und legte eine Sammlung aus mehreren Hundert Prüfungshilfen an. Diese sind völlig unterschiedlich gestaltet. Manche sind extrem gut strukturiert, andere betont ästhetisch geschaffen.
 


Nach der Prüfung dürfen die Studierenden mit den Prüfungsunterlagen auch ihre Gedächtnisstützen einreichen. Eine kleine Jury bewertet schließlich die Einreichungen. Der Gewinner erhält von Professor Gerlach Geld für einen Kasten Bier. Wenn schon eine gute Note nicht für die Motivation ausreicht, dann vielleicht dieser kleine Wettbewerb!
 


Eine Auswahl der besten Spickzettel-Werke der Studierenden ist derzeit in einer Ausstellung an der Sächsischen Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) zu bestaunen. Zuvor waren die Kunstwerke der Studenten im Penck Hotel Dresden ausgestellt. Parallel zur Austellung ist ein Begleitkatalog erschienen, der 50 Spickzettel zeigt. Medienberichten zufolge erfuhr Gerlach übrigens bereits von Kollegen anderer Hochschulen, dass auch sie Spickzettel zulassen. Ist dein Prof auch dabei?
 

[PA]

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